Rückschau aufs Leben

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gabriele 60 Avatar

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Das Cover ist ein Hingucker, vor allem in der Nacht, wenn Schrift und Sterne leuchten. Liebevoll gemacht ist auch die Fahrkarte im Inneren. Eine Einzelfahrt am Ende des Lebens, die Wilbur Budd geschenkt bekommt. Er kann gar nicht anders als einzusteigen in den Zug, der keine Gleise benötigt. Der bringt ihn zurück, dass er sich verschiedene Lebensstationen noch einmal anschauen kann.
Ich dachte, dieses Szenario wäre etwas für mich, jetzt im letzten Lebensviertel. Doch nach der Lektüre muss ich feststellen, dass das Buch eher für jüngere Semester gedacht ist. Die haben noch die Möglichkeit, die Weichen für ihren Lebenszug zu stellen, während unsereiner nur noch darauf schauen kann, was vielleicht nicht so optimal gelaufen ist.
Lebensweisheiten wie „Erinnerungen verkörpern ebenso wenig das eigentliche Ereignis wie Flaggen eine Nation“ oder „das Problem im Leben ist, dass wir Dinge tun, nur weil sie von uns erwartet werden. Wir handeln für die Wahrnehmung der anderen“ regen zum Nachdenken an. Das hat mir gut gefallen. Mit Wilburs Geschichte gelingt es dem Autor, den Leser dazu bringen, über die eigene Lebensgeschichte zu reflektieren.
Trotzdem konnte mich das Buch nicht so ganz überzeugen. Der Erzählstil erinnerte mich teilweise an Kinderbücher. Aber vielleicht macht gerade diese Emotionalität den Erfolg des Autoren aus. Wir wünschen uns wahrscheinlich alle eine heile Welt und die verkörpert er mit seiner trostspendenden Geschichte.
Fazit: Ein schön gestalteter Lebensratgeber in Romanform.