Ruhig

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jessica Avatar

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„Die Mitternachtsreise“ von Matt Haig hat mich auf eine sehr ruhige, aber zugleich tiefgehende Art beschäftigt. Wie schon bei „Die Mitternachtsbibliothek“ schafft der Autor es, mit einer eher unspektakulären Handlung viele Gedanken über das Leben, Entscheidungen und Erinnerungen auszulösen.
Im Mittelpunkt steht Wilbur, der nach seinem Tod im Mitternachtszug landet und dort sein Leben noch einmal durchreist. Er betrachtet prägende Momente aus einer distanzierten Perspektive und beginnt zu verstehen, wie sehr einzelne Entscheidungen seinen Lebensweg beeinflusst haben. Dabei stellt er sich immer wieder die Frage, ob er Dinge hätte anders machen können.

Besonders gefallen hat mir, dass die Geschichte nicht laut oder überladen erzählt wird. Stattdessen lebt sie von leisen, nachdenklichen Szenen, die sich nach und nach zu einem größeren Bild zusammensetzen. Der Schreibstil ist dabei sehr klar und einfach, aber trotzdem voller Gefühl und Tiefe. Vor allem hat mich das Buch dazu gebracht, selbst über mein Leben und meine eigenen Erinnerungen nachzudenken und bewusster auf die kleinen, wichtigen Momente zu achten. Ein zentraler Aspekt ist für mich auch die Erkenntnis, dass man die Bedeutung bestimmter Augenblicke oft erst im Nachhinein versteht.

Manche Passagen ziehen sich zwar etwas und die Handlung entwickelt sich eher langsam, doch genau das passt auch zur ruhigen Grundstimmung des Romans.