So mitreißend

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kleines.lesewesen Avatar

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Matt Haig begleitet mich schon seit etlichen Jahren als einer meiner liebsten Autoren. Entsprechend groß war die Vorfreude auf sein neues Buch. Ich konnte den Start kaum abwarten.

Schon das Cover hat mich verzaubert. Der blaue Hintergrund, den ich ja bereits von der Mitternachtsbibliothek kenne, gefällt mir richtig gut. Auch das Fenster mit den beiden abgebildeten Personen finde ich wunderschön. Es harmoniert wunderbar mit dem Titel und weckt in mir Assoziationen an einen Zug. Ein zusätzliches kleines Highlight ist der Effekt, dass das Buch im Dunkeln leuchtet. Einen winzigen Wunsch hätte ich noch gehabt, nämlich eine kleine Abbildung unter dem Schutzumschlag. Das ist allerdings Meckern auf wirklich hohem Niveau.

Im Mittelpunkt steht Wilbur, der bereits verstorben ist. Wir erleben seine letzten Momente, bevor sein Leben endet. Dann begleiten wir ihn dabei, wie er etwas tut, das er lange vor sich hergeschoben hat. Noch fesselnder fand ich den Rückblick auf sein Leben. Wie er nach und nach erkennt, wo er Fehler gemacht hat, und die schönen Augenblicke plötzlich mit völlig neuen Augen wahrnimmt. Das hat mich tief berührt.

Was ich an Matt Haigs Büchern besonders schätze, ist die Poesie und Philosophie, die in ihnen steckt. Auch hier ist davon jede Menge zu spüren. Das Buch hat mich wirklich zum Nachdenken gebracht. Es geht mir bis heute nicht aus dem Kopf und regt dazu an, das eigene Leben zu hinterfragen und sich zu fragen, wie man es eigentlich leben möchte.

Dazu kommen einige wunderbare Nebenfiguren, die mir richtig ans Herz gewachsen sind. Sie waren durch und durch liebenswert, haben Wilbur zur Seite gestanden und mir einfach große Freude bereitet. Über Maggie hätte ich gerne noch viel mehr erfahren, sie war eine Protagonistin, die mich sofort für sich eingenommen hat. Auch das Setting hat mich überzeugt, denn die Handlung bleibt nicht an einem einzigen Ort. Wir besuchen gleich mehrere Schauplätze. Das macht die Geschichte herrlich abwechslungsreich.

Der Schreibstil von Matt Haig ist schlichtweg beeindruckend und hat mich von der ersten Seite an vollständig in seinen Bann gezogen. Etwas ganz Eigenes hat er obendrein, denn seine Kapitel sind sehr kurz und trotzdem prägnant.