Spannend aber auch so ähnlich zu Mitternachtbibliothek?

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selyyy Avatar

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Ein berührender, nachdenklicher Roman über Leben, Liebe und verpasste Chancen. Matt Haig erzählt warmherzig und leicht zugänglich von Wilbur, der am Ende seines Lebens noch einmal auf die wichtigsten Momente zurückblickt. Besonders schön ist die Idee des rätselhaften Zuges, der ihn durch Erinnerungen, Verluste und Glücksmomente führt.
Es ist leider zu betonen, dass die Ähnlichkeit zu Die Mitternachtsbibliothek sehr deutlich wird. Sowohl thematisch als auch erzählerisch bewegt sich der Roman auf einem sehr ähnlichen Terrain: Wieder steht eine Figur an einem existenziellen Wendepunkt, blickt auf ihr Leben zurück und erhält die Möglichkeit, zentrale Momente noch einmal zu betrachten. Auch die Grundfragen ähneln sich stark: Was wäre gewesen, wenn? Welche Entscheidungen prägen ein Leben? Welche Menschen und Augenblicke zählen am Ende wirklich?
Gerade diese Nähe nimmt der Geschichte stellenweise etwas von ihrer Eigenständigkeit. Die Idee einer fantastischen Zwischenwelt, in der das eigene Leben neu bewertet wird, wirkt zwar weiterhin berührend, kommt einem aber aus Haigs früherem Erfolgsroman bereits sehr bekannt vor. Statt einer völlig neuen Perspektive entsteht daher gelegentlich der Eindruck, dass bekannte Motive nur leicht variiert werden. Der rätselhafte Zug ersetzt gewissermaßen die Bibliothek..