Typisch Matt Haig

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Matt Haig schafft es mit „Die Mitternachtsreise“ wieder einmal, eine besondere Geschichte mit tiefgründigen Fragen über das Leben zu verbinden.

Im Mittelpunkt steht Wilbur, dessen Leben eigentlich bereits vorbei ist. Doch dann findet er sich in einem geheimnisvollen Mitternachtszug wieder und bekommt die Möglichkeit, noch einmal durch verschiedene Stationen seines Lebens zu reisen. Dabei begegnet er schönen Erinnerungen, aber auch verpassten Chancen, falschen Entscheidungen und Momenten, die er vielleicht gerne anders erlebt hätte.

Die Grundidee hat mir richtig gut gefallen. Während Wilbur auf sein Leben zurückblickt, beginnt man automatisch, über das eigene nachzudenken: Welche Entscheidungen würde man heute anders treffen? Welche Menschen sind einem wirklich wichtig? Und erkennt man eigentlich immer rechtzeitig, welche Momente im Leben die bedeutenden sind?

Die Geschichte ist insgesamt eher ruhig und teilweise melancholisch. Gerade am Anfang hat sie für mich etwas gebraucht, um Fahrt aufzunehmen, und zwischendurch hätte ich mir etwas mehr Tempo gewünscht. Dafür hat mich die emotionale Seite des Buches umso mehr überzeugt.

Besonders mochte ich die Botschaft hinter der Geschichte. Es geht nicht darum, ein perfektes Leben geführt zu haben, sondern darum, welche Menschen, Beziehungen und kleinen Augenblicke am Ende wirklich zählen. Einige Gedanken aus dem Buch sind mir auch nach dem Lesen noch im Kopf geblieben.

Wer „Die Mitternachtsbibliothek“ mochte, wird sicherlich einige typische Matt-Haig-Elemente wiedererkennen. Für mich kommt „Die Mitternachtsreise“ emotional nicht ganz an sie heran, trotzdem ist es eine wunderschöne, nachdenkliche und letztendlich hoffnungsvolle Geschichte.

Fazit: Ein ruhiges und emotionales Buch über Liebe, Entscheidungen, verpasste Chancen und die Frage, was ein erfülltes Leben eigentlich ausmacht.