Ein Zufluchtsort für verlorene Seelen in der Nacht

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amadeus Avatar

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Man soll ein Buch bekanntlich nicht nach seinem Umschlag beurteilen – und dieser Roman ist der beste Beweis dafür. Ehrlich gesagt hat mich das Cover optisch nicht direkt angesprochen, doch die Leseprobe hat mich im Gegenzug umso schneller und tiefer in ihren Bann gezogen.

Das Konzept hat mich sofort fasziniert: Eine junge Apothekerin namens Boho, die ihre Apotheke im eigenen Haus ausschließlich von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang öffnet. Ihre Philosophie, dass tagsüber bereits genug Menschen geholfen wird, schafft nachts einen Zufluchtsort für die „verlorenen Seelen“, die alle ihr ganz eigenes, schweres Päckchen zu tragen haben. Obwohl Boho auf den ersten Blick recht streng, kühl und distanziert-geschäftsmäßig wirkt, spürt man sofort, dass unter dieser Fassade ein großes Geheimnis liegt. Ich erwarte mir von der Geschichte viele berührende, individuelle Lebenswege und bin extrem neugierig darauf, zu erfahren, was Boho in die Dunkelheit getrieben hat.

Ein ganz besonderer Moment in der Leseprobe war für mich die Begegnung mit Da-in. Seine Geschichte hat mich emotional tief berührt und eine sehr persönliche Saite in mir zum Klingen gebracht, da sie Parallelen zu meiner eigenen Lebensgeschichte aufweist. Da-in flieht von zu Hause, weil er als Adoptivkind nie die Liebe erfahren durfte, die dem leiblichen Sohn geschenkt wurde. Auf seiner Flucht schließt er sich Straßengangs an, gerät in Konflikte und sucht schließlich verzweifelt Schutz in der Nachtapotheke.

Diese erste, intensive Dynamik hat mich absolut gepackt. Ich bin unglaublich gespannt auf die Fortsetzung und kann es kaum erwarten zu lesen, wie sich die Schicksale in dieser besonderen Kulisse weiter verweben.