Ein Leben, drei verschiedene Schicksale

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smolsin Avatar

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Mit „Die Namen“ hat Florence Knapp ein solides Debüt mit ein paar Schwächen hervorgebracht.

Aufgrund des Klappentextes bin ich davon ausgegangen, dass ausschlaggebend für die unterschiedlichen Lebenswege der Person(en) hier einzig der gewählte Vorname ist, was sich jedoch schon direkt zu Anfang der Geschichte als Irrtum herausstellte. Ich möchte dies nur vorab betonen, da ich sicherlich nicht die einzige bin, die mit einer falschen Erwartungshaltung an das Buch herangegangen ist.

Im Fokus der Handlung steht das Thema häusliche Gewalt und das damit verbundene Leben unter einem dominanten, manipulativen und gewaltbereiten Ehemann beziehungsweise Vater.
In Gordons Familie ist es Tradition den Sohn nach dem Vater zu benennen, so läuft es schon seit vielen Generationen. Als Cora mit ihrer Tochter Maia und dem kürzlich geborenen Sohn auf dem Weg zum Amt ist, um dessen Geburt anzumelden, beschleichen sie jedoch Zweifel. Soll sie ihrem Jungen wirklich den Namen geben, der für sie selbst und ihre Tochter mit so viel Schmerz und Leid verbunden ist? Oder soll sie es wagen und sich gegen ihren Mann zur Wehr setzen und somit den Grundstein für ein anderes Leben und eine eigene Persönlichkeit ihres Sohnes legen?

Erzählt wird die Geschichte in drei parallel verlaufenden Versionen, mit Zeitsprüngen von jeweils sieben Jahren zwischen den Perspektivwechseln.
Knapps Schreibstil ist in klarer, schnörkelloser Sprache gehalten, die es den Lesenden leicht macht in einen guten Lesefluss zu kommen. Dem Aufbau der Geschichte fehlte es jedoch aus meiner Sicht etwas an Klarheit und Struktur, was zu einer gewissen Orientierungslosigkeit gerade zu Beginn eines jeden neuen Kapitels führen kann.

Alles in allem eine durchaus starke Idee, die meines Erachtens nach aber einfach zu viel sein wollte. Für mich mangelte es einfach an emotionaler Tiefe. Zwar sind die Themen an sich schon emotional behaftet, dennoch konnte ich mich nicht ganz in die verschiedenen Figuren hineinfühlen.
Trotz kleiner Kritikpunkte kann ich das Buch dennoch jedem empfehlen, der sich an die schwere Thematik herantraut, denn diese sollte definitiv mehr Aufmerksamkeit erhalten.