Einzigartig

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mycloudy Avatar

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Wie sehr prägt uns unser Name und inwiefern beeinflusst er unser Leben?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Autorin Florence Knapp in ihrem Debütroman „Die Namen“ auf eine sehr außergewöhnliche Weise.
Erzählt wird die Geschichte von Cora,einer frischgebackenen Mutter,und der folgenschweren Entscheidung,wie sie ihren Sohn nennen soll.
Wenn es nach nach Cora geht,würde sie ihren Sohn gerne Julian nennen,allerdings ist es bei ihrem Mann Gordon eine Familientradition,dass die männlichen Nachfahren nach ihrem Vater benannt werden.
Zuletzt fragt Cora ihre Tochter Maia,die ihrem kleinen Bruder den Namen Bear verpassen möchte.
Ab da zeichnet die Autorin parallel drei verschiedene Lebenswege von Bear/Julian/Gordon über Jahrzehnte und seziert messerscharf Entscheidungs-und Identitätsfindungen sowie Familiendynamiken.

Ich fand das Konzept sehr originell und bewegend und ich konnte den Roman nicht aus der Hand legen,da mich die emotionale Entwicklung und tiefgründige Erzählweise nicht mehr losgelassen hat.
Der Roman verlangt der Leserschaft einiges ab.So geht es unter anderem um schwierige Themen wie häusliche Gewalt,Femizid,Machtmissbrauch oder patriarchalische Strukturen.
Hier hätte ich mir definitiv eine Triggerwarnung am Anfang des Romans gewünscht bei diesen doch sehr fordernden Themen.
Auch durch die verschiedenen Erzählstränge und Namen,besonders bei den Nebencharakteren,ist bei der Leserschaft Konzentration geboten,da man hier schnell durcheinander kommen kann.

Doch wer sich auf die aktuelle Thematik und die ungewöhnliche Erzählstruktur einlässt,wird mit einem intelligenten vielschichtigen Roman belohnt,der mich zum Nachdenken angeregt hat und mich nicht mehr loslässt.

Für mich ist dieser großartige Roman definitiv ein Lesehighlight des Jahres und ich bedanke mich,dass ich ihn vorablesen durfte.