Erschütternd
Der Name des Sohnes hat den Vater zu ehren, deshalb soll Coras Sohn jetzt wie sein Vater Gordon Atkin heißen. Sie hätte ihn lieber Julian genannt, was Himmelsvater bedeutet und ihr mehr als genug der Ehrerbietung wäre, aber das transgenerative Familientribunal hat entschieden.
Bear Atkin schreibt die Standesbeamtin schließlich in die Urkunde. Cora fühlt sich beflügelt. Sie weiß, dass dieser Moment ein ganz großer im Leben ihrer Tochter Maia ist, denn sie hat den Namen gefunden und wurde gehört.
Cora weiß ganz genau, was jetzt zu tun ist. Sie bringt Maia bei der Mutter Majas Freundin unter, stellt die Kinderwippe samt Bear in den Kleiderschrank, prüft, ob genug Sauerstoff hereinkommt, wenn sie die Türe nur einen Spalt auflässt. Dann wartet sie. Um halb sieben kommt Gordon aus der Praxis, küsst sie auf die Wange und während er die Kristallkaraffe in die Hand nimmt, erzählt sie ihm, dass sie seinem Sohn einen anderen Namen gegeben hat. Als sie in seinen Augen sieht, dass er ihr nicht glaubt, zieht sie die Geburtsurkunde zwischen zwei Kochbüchern hervor und reicht sie ihm mit zitternder Hand. Die Karaffe zersplittert auf den Küchenfliesen. Gordon greift in Coras Haare, reißt ihren Kopf nach hinten, so als wolle er sie küssen und schlägt ihn dann gegen die Kühlschranktür: „Kannst du nicht … Bumm einmal etwas … Bumm richtig machen … Bumm. Sie weiß, dass die Terrassentür nur angelehnt ist und macht jetzt etwas, das sie sonst nie macht. Sie schreit. Gordon hält ihr den Mund zu, aber Cora beißt zu. Kurz hält der Schmerz Gordon zurück und Cora rennt los.
Fazit: Florence Knapp hat hiermit ein Romandebüt geschaffen, das in über 25 Ländern erscheint. Sie verhandelt gekonnt die Frage, inwiefern uns unser Name prägt. Ihre Protagonistin lebt in einer Ehe mit dem gewalttätigen Gordon. Sie haben einen (noch namenlosen) Sohn und die neunjährige Tochter Maia, nach deren Geburt Cora ihre Ballettkarriere aufgegeben hat. Die Autorin erzählt die Geschichte in drei Szenarien von 1987 an, dem Tag, als Cora aufs Standesamt gehen soll, um den Namen Gordon eintragen zu lassen. Da ist die Geschichte Bears (Wunschname der Tochter), der sich zu einem liebevollen Mann entwickelt. In Bears Realität ist der Mann gestorben, der seiner Mutter helfen wollte, Cora lebt also noch. Dann ist da die Geschichte Julians (Wunschname Coras), der sich ebenfalls zu einem liebevollen Mann entwickelt. In Julians Realität ist Cora tot, der Vater im Gefängnis und er und seine Schwester wachsen bei Coras Mutter auf. Und zuguterletzt ist da noch Gordon (Wunschname des Vaters). In seiner Wirklichkeit leben die Eltern immer noch zusammen. Gordon leidet ebenso unter der mangelnden Wertschätzung seines Vaters, wie der unter seinem eigenen Vater gelitten hat und tritt in ähnliche Fußstapfen. Es war wegen der Sprünge nicht ganz leicht für mich, der Geschichte zu folgen und ich muss auch gestehen, dass ich sehr überrascht war, weil der Klappentext diesen Inhalt, der mich zu Anfang schier überrollt hat, nicht erwarten ließ. Dennoch liest sich diese neue Stimme durchweg gut und die Botschaft, die sie transportiert, finde ich wichtig und lesenswert. Wer sich also mit dem Buchanfang arrangiert, wird mit einer komplexen und tiefgreifenden Erzählung belohnt.
Bear Atkin schreibt die Standesbeamtin schließlich in die Urkunde. Cora fühlt sich beflügelt. Sie weiß, dass dieser Moment ein ganz großer im Leben ihrer Tochter Maia ist, denn sie hat den Namen gefunden und wurde gehört.
Cora weiß ganz genau, was jetzt zu tun ist. Sie bringt Maia bei der Mutter Majas Freundin unter, stellt die Kinderwippe samt Bear in den Kleiderschrank, prüft, ob genug Sauerstoff hereinkommt, wenn sie die Türe nur einen Spalt auflässt. Dann wartet sie. Um halb sieben kommt Gordon aus der Praxis, küsst sie auf die Wange und während er die Kristallkaraffe in die Hand nimmt, erzählt sie ihm, dass sie seinem Sohn einen anderen Namen gegeben hat. Als sie in seinen Augen sieht, dass er ihr nicht glaubt, zieht sie die Geburtsurkunde zwischen zwei Kochbüchern hervor und reicht sie ihm mit zitternder Hand. Die Karaffe zersplittert auf den Küchenfliesen. Gordon greift in Coras Haare, reißt ihren Kopf nach hinten, so als wolle er sie küssen und schlägt ihn dann gegen die Kühlschranktür: „Kannst du nicht … Bumm einmal etwas … Bumm richtig machen … Bumm. Sie weiß, dass die Terrassentür nur angelehnt ist und macht jetzt etwas, das sie sonst nie macht. Sie schreit. Gordon hält ihr den Mund zu, aber Cora beißt zu. Kurz hält der Schmerz Gordon zurück und Cora rennt los.
Fazit: Florence Knapp hat hiermit ein Romandebüt geschaffen, das in über 25 Ländern erscheint. Sie verhandelt gekonnt die Frage, inwiefern uns unser Name prägt. Ihre Protagonistin lebt in einer Ehe mit dem gewalttätigen Gordon. Sie haben einen (noch namenlosen) Sohn und die neunjährige Tochter Maia, nach deren Geburt Cora ihre Ballettkarriere aufgegeben hat. Die Autorin erzählt die Geschichte in drei Szenarien von 1987 an, dem Tag, als Cora aufs Standesamt gehen soll, um den Namen Gordon eintragen zu lassen. Da ist die Geschichte Bears (Wunschname der Tochter), der sich zu einem liebevollen Mann entwickelt. In Bears Realität ist der Mann gestorben, der seiner Mutter helfen wollte, Cora lebt also noch. Dann ist da die Geschichte Julians (Wunschname Coras), der sich ebenfalls zu einem liebevollen Mann entwickelt. In Julians Realität ist Cora tot, der Vater im Gefängnis und er und seine Schwester wachsen bei Coras Mutter auf. Und zuguterletzt ist da noch Gordon (Wunschname des Vaters). In seiner Wirklichkeit leben die Eltern immer noch zusammen. Gordon leidet ebenso unter der mangelnden Wertschätzung seines Vaters, wie der unter seinem eigenen Vater gelitten hat und tritt in ähnliche Fußstapfen. Es war wegen der Sprünge nicht ganz leicht für mich, der Geschichte zu folgen und ich muss auch gestehen, dass ich sehr überrascht war, weil der Klappentext diesen Inhalt, der mich zu Anfang schier überrollt hat, nicht erwarten ließ. Dennoch liest sich diese neue Stimme durchweg gut und die Botschaft, die sie transportiert, finde ich wichtig und lesenswert. Wer sich also mit dem Buchanfang arrangiert, wird mit einer komplexen und tiefgreifenden Erzählung belohnt.