Großartiger Debütroman, der unter die Haut geht
In ihrem Debütroman "Die Namen" erzählt die britische Autorin Florence Knapp in drei unterschiedlichen Versionen die Geschichte einer Familie über einen Zeitraum von 35 Jahren.
Zu Beginn des Buches, wir schreiben das Jahr 1987, lernen wir Cora Atkin kennen, die mit ihrem Mann Gordon, einem angesehenen und beliebten Allgemeinmediziner, verheiratet ist. Das Paar hat zwei Kinder: die neunjährige Maia und den neugeborenen Sohn. Cora ist nicht glücklich in ihrer Ehe, Gordon dominiert und kontrolliert sie nicht nur, er schreckt auch vor gewalttätigen Übergriffen nicht zurück. Wegen des anstehenden Besuchs seiner Eltern beauftragt er seine Frau, den Kleinen beim Standesamt anzumelden. Traditionsgemäß soll er Gordon heißen wie sein Vater und sein Großvater. Doch der Name gefällt Cora nicht, sie findet "Julian" viel schöner, während Maia den Namen "Bear" favorisiert. Cora trifft eine folgenschwere Entscheidung ....
In den drei sich abwechselnden Erzählsträngen "Bear", "Julian" und "Gordon" begleiten wir Cora und ihre Familie auf drei vollkommen unterschiedlichen Lebenswegen. Im ersten Strang meldet sie ihr Baby unter dem Namen "Bear" an, weil Maia den Namen kuschelig, weich und lieb findet, gleichzeitig aber auch mutig und stark. Im zweiten Strang heißt der Junge "Julian". Diesen Namen hat Cora für ihn gewählt, weil er "Himmelsvater" bedeutet. Auf der dritten Erzählebene meldet sie das Neugeborene nach dem Willen ihres Mannes als "Gordon" an.
Jeder Erzählstrang beginnt mit der Anmeldung des Kindes auf einen der drei Namen und der darauffolgenden Reaktion von Coras Ehemann. In 7-Jahres-Abständen gewährt die Autorin intensive Einblicke in den Alltag und das Leben der Protagonisten. Sie beschreibt wichtige und prägende Ereignisse innerhalb der Familie, bis der Junge 35 Jahre alt ist.
Es war einerseits spannend, die drei unterschiedlichen Lebenswege der Familie zu verfolgen, auf der anderen Seite war das zentrale Thema Häusliche Gewalt für mich nur sehr schwer zu ertragen. Gordon ist äußerst brutal, Demütigungen sowie physische und psychische Verletzungen gehören für seine Frau zum traurigen Alltag.
Die Charakterzeichnung der Figuren ist der Autorin hervorragend gelungen. Mit der hilflosen und in ihrer toxischen Ehe gefangenen Cora hatte ich großes Mitleid und habe mir oft gewünscht, dass sie endlich den Mut findet, Gordon zu verlassen. Meine Lieblingsfiguren waren Bear, Julian und Maia, ich fand ihre Entwicklung über die Jahre sehr gut und authentisch dargestellt. Das fesselnde Buch ist mir unter die Haut gegangen, es hat mich zutiefst berührt, zugleich hat es mich aber auch wütend und sehr nachdenklich gemacht.
Absolute Leseempfehlung für alle Leserinnen und Leser, die vor dem ernsten Thema Häusliche Gewalt nicht zurückschrecken.
Zu Beginn des Buches, wir schreiben das Jahr 1987, lernen wir Cora Atkin kennen, die mit ihrem Mann Gordon, einem angesehenen und beliebten Allgemeinmediziner, verheiratet ist. Das Paar hat zwei Kinder: die neunjährige Maia und den neugeborenen Sohn. Cora ist nicht glücklich in ihrer Ehe, Gordon dominiert und kontrolliert sie nicht nur, er schreckt auch vor gewalttätigen Übergriffen nicht zurück. Wegen des anstehenden Besuchs seiner Eltern beauftragt er seine Frau, den Kleinen beim Standesamt anzumelden. Traditionsgemäß soll er Gordon heißen wie sein Vater und sein Großvater. Doch der Name gefällt Cora nicht, sie findet "Julian" viel schöner, während Maia den Namen "Bear" favorisiert. Cora trifft eine folgenschwere Entscheidung ....
In den drei sich abwechselnden Erzählsträngen "Bear", "Julian" und "Gordon" begleiten wir Cora und ihre Familie auf drei vollkommen unterschiedlichen Lebenswegen. Im ersten Strang meldet sie ihr Baby unter dem Namen "Bear" an, weil Maia den Namen kuschelig, weich und lieb findet, gleichzeitig aber auch mutig und stark. Im zweiten Strang heißt der Junge "Julian". Diesen Namen hat Cora für ihn gewählt, weil er "Himmelsvater" bedeutet. Auf der dritten Erzählebene meldet sie das Neugeborene nach dem Willen ihres Mannes als "Gordon" an.
Jeder Erzählstrang beginnt mit der Anmeldung des Kindes auf einen der drei Namen und der darauffolgenden Reaktion von Coras Ehemann. In 7-Jahres-Abständen gewährt die Autorin intensive Einblicke in den Alltag und das Leben der Protagonisten. Sie beschreibt wichtige und prägende Ereignisse innerhalb der Familie, bis der Junge 35 Jahre alt ist.
Es war einerseits spannend, die drei unterschiedlichen Lebenswege der Familie zu verfolgen, auf der anderen Seite war das zentrale Thema Häusliche Gewalt für mich nur sehr schwer zu ertragen. Gordon ist äußerst brutal, Demütigungen sowie physische und psychische Verletzungen gehören für seine Frau zum traurigen Alltag.
Die Charakterzeichnung der Figuren ist der Autorin hervorragend gelungen. Mit der hilflosen und in ihrer toxischen Ehe gefangenen Cora hatte ich großes Mitleid und habe mir oft gewünscht, dass sie endlich den Mut findet, Gordon zu verlassen. Meine Lieblingsfiguren waren Bear, Julian und Maia, ich fand ihre Entwicklung über die Jahre sehr gut und authentisch dargestellt. Das fesselnde Buch ist mir unter die Haut gegangen, es hat mich zutiefst berührt, zugleich hat es mich aber auch wütend und sehr nachdenklich gemacht.
Absolute Leseempfehlung für alle Leserinnen und Leser, die vor dem ernsten Thema Häusliche Gewalt nicht zurückschrecken.