Großartiges Debut
An den Roman „ Die Namen“ von Florence Knapp hatte ich sehr hohe Erwartungen, da ich bereits im Vorfeld viel Positives gehört hatte! Und tatsächlich wurde ich nicht enttäuscht! Im Mittelpunkt der Geschichte steht Cora mit ihrer Familie, eine junge Frau, die gerade ihr zweites Kind, einen kleinen Jungen bekommen hat. Dieser soll und muss natürlich einen Namen bekommen, doch hieran scheiden sich die Geister. Coras Ehemann Gordon will, dass der kleine seinen eigenen Namen erhält, da dies seit Generationen so üblich war. Die große Schwester des Neugeborenen möchte unbedingt den etwas außergewöhnlichen Namen „Bear“ auswählen, und Cora, die Mutter, hat sich für Julian entschieden. Florence Knapp wählt einen, wie ich finde, sehr originellen Weg, sie spielt in drei parallelen Erzählsträngen durch, wie sich die Geschichte der Familie entwickelt hätte, wenn der kleine Junge den jeweils anderen Namen erhalten hätte. Die Namensvariante „Gordon“ steht dabei sinnbildlich für den gewalttätigen, diktatorischen Vater, unter dem die gesamte Familie leidet. Wir erfahren vieles über die toxische Beziehung zwischen Cora und ihrem Mann, und wie diese darunter leidet, hat mich stellenweise sehr erschüttert. Florence Knapp erzählt all das trotz des wichtigen und ernsten Themas in einem leichtgängigen und wunderbaren Schreibstil, der einen das Buch schnell „weglesen“ lässt. Ich fand die Idee des Plots großartig, und von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung! Ich hoffe, wir hören bald mehr von dieser beeindruckenden Autorin!