Mitreißend geschrieben

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kokoloreslot Avatar

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Florence Knapps Roman „Die Namen“ erzählt mit starker Sogkraft, wie prägend der eigenen Name ist und von den kleinen Entscheidungen, die über Generationen hinweg Einfluss nehmen, während mit schonungsloser Offenheit häusliche Gewalt thematisiert wird.

Die vielseitige und gut durchdachte Struktur, die tief in die komplexen Beziehungen eintauchen lässt, haben mir sehr zugesagt. Drei völlig unterschiedliche Leben werden eindringlich beleuchtet und stimmige Persönlichkeiten gezeichnet, die überzeugen, denn Knapp beobachtet genau und findet dafür klare Formulierungen. Sie schreibt mitreißend, erschütternd und gleichzeitig fesselnd. Ich fand den Erzählstil feinfühlig und reich an eindrucksvollen Bildern, was „Die Namen“ zu keiner leichten aber lesenswerten Kost macht, gerade weil sie so fesselnd und bereichernd ist. Dennoch verliert der Roman im letzten Drittel an Spannung, was die emotionale Wucht der vorherigen Kapitel etwas abschwächt, aber ich würde das nicht zu negativ bewerten wollen, weil das gesamte Werk mich so unterhalten hat, dass ich nicht nur weiterlesen wollte, sondern auch emotional abgeholt wurde. Die Gedanken, die mir über Namen dazu kamen, waren ein netter Zusatz.

Obwohl oder gerade weil die Geschichte wenig Optimismus aufbaut, einen aber trotzdem abholt, bleibt sie lange im Gedächtnis – ein Buch über familiären Zusammenhalt, das herausfordert und tief geht.