Namen machen Leuten

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Cora ist gefangen in einer Ehe, die von Gewalt und Kontrolle geprägt ist. Nach der Geburt ihres zweiten Kindes steht sie nun vor einer folgenschweren Entscheidung: Welchen Namen soll ihr Sohn bekommen? Folgt sie den Anweisungen ihres Mannes und nennt ihn Gordon - den Namen, der in seiner Familie traditionell an den ersten Sohn vergeben wird? Oder folgt sie ihrer Intuition und ermöglicht ihrem Sohn einen Namen, der frei ist von familiärem Anspruchsdenken?

Florence Knapp geht in ihrem Debütroman „Die Namen“ drei unterschiedlichen Optionen nach. Dabei steht jeder Name für einen ganz eigenen Lebensweg - auch wenn es immer wieder kleine Parallelen gibt.
Die Geschichte springt immer sieben Jahre weiter und man erhält immer einen Einblick in alle drei Szenarien, die alle ihre ganz eigene Tragik haben.

Mich hat das Buch wirklich bewegt. Es ist schrecklich zu lesen, was Cora und ihre Kinder erleben müssen. Man muss sich beim Lesen bewusst sein, dass häusliche Gewalt und ihre Auswirkungen in jedem Szenario eine elementare Rolle spielen. Das macht die Lektüre an vielen Stellen wirklich fast unerträglich und ich musste mich häufiger mal wieder sammeln, um weiterlesen zu können.

An einigen Stellen hat es mich sprachlich nicht völlig überzeugt, was möglicherweise aber auch an der Übersetzung liegen könnte. In Erinnerung geblieben ist mir ein Schlaf-BH, der wohl eher ein Still-BH sein sollte.

Insgesamt ist „Die Namen“ von Florence Knapp ein besonderes Buch, das nicht nur die Brutalität von häuslicher Gewalt, sondern auch die enormen Kräfte der Liebe zeigt.