Namen sind Schall und Rauch ... oder?
Worum geht’s?
Die erste Entscheidung im Leben, bei der wir selbst meistens nichts mitzureden haben, ist bekanntlich der eigene Vorname.
Florence Knapp greift in ihrem sehr berührenden Debüt »Die Namen« die Grundidee auf, welche Auswirkungen ein anderer Vorname auf das eigene Leben haben könnte.
Wir begegnen Cora, der Protagonistin, gefangen in einer lieblosen Ehe mit dem gewalttätigen, despotischen Gordon. Sie soll den Namen des neugeborenen Sohnes auf dem Standesamt eintragen lassen. Für ihren Mann gibt es da gar keinen Grund für Diskussionen oder Überlegungen: das Kind wird Gordon heißen, so wie er, denn dieser Vorname wird in seiner Familie seit Generationen vom Vater an den Sohn vererbt. Doch auf dem Weg zum Amt kommen Cora Zweifel. Will sie wirklich die Tradition fortführen und riskieren, dass der Sohn genauso wird wie sein schrecklicher Vater? Sie selbst würde ihn am liebsten Julian nennen, gleichbedeutend mit Himmelsvater. Ihre kleine Tochter Maia ist für Bear, denn ein Bär ist kuschelig, lieb und mutig. In drei Handlungssträngen werden dann Versionen eines Lebens erzählt, das hätte sein können: für einen Julian, Bear oder eben Gordon.
Wie war’s?
Ich habe diesen Roman innerhalb von drei Tagen weggesuchtet und bin immer noch total beeindruckt. Wenn es überhaupt einen Kritikpunkt gibt, dann, dass für meine Begriffe eine Triggerwarnung wegen der oft schwer zu ertragenden Gewaltszenen in Coras Ehe durchaus nicht geschadet hätte, soll ja LeserInnen geben, die mit dem Thema so ihre Probleme haben.
Alles andere ist einfach großartig. Die Grundidee (war hat sich nicht schon mal insgeheim gefragt, ob das eigene Leben mit einem anderen Vornamen vielleicht ganz anders verlaufen wäre?), die Umsetzung, die Konsequenzen von Coras Entscheidung (kann sie ihren Sohn wirklich lieben, wenn sie sich ihrem Mann fügt und dessen Vornamen wählt? Und was blüht ihr wohl, wenn sie gegen seinen ausdrücklichen Befehl handelt und ihn anders nennt?). Am Ende der Geschichte hatte ich wirklich einen dicken Kloß im Hals.
Keine Rezension ohne Erwähnung von Lisa Kögeböhn, die diesen Roman so gekonnt ins Deutsche übertragen hat. Ohne sie wäre der Lesegenuss wahrscheinlich nur halb so groß gewesen. Die Übersetzung liest sich wie aus einem Guss, rund, wortgewaltig und voller großartiger Bilder (»Sie staubwedelt sich beim Sprechen mit der Zunge Krümel von den Lippen«). Bei solchen Sätzen hat man sofort Bilder im Kopf und kann sich noch besser in die Story einfühlen.
Fazit
Genug geschwärmt, ich bin absolut hin und weg. »Die Namen« ist bisher 2026 ein absolutes Highlight. Von mir die volle Leseempfehlung, ich gehe jetzt noch ein bisschen darüber nachdenken, ob mein Leben anders verlaufen wäre, wenn sich meine Mutter durchgesetzt hätte und ich heute Sarah heißen würde statt Jessica.
Die erste Entscheidung im Leben, bei der wir selbst meistens nichts mitzureden haben, ist bekanntlich der eigene Vorname.
Florence Knapp greift in ihrem sehr berührenden Debüt »Die Namen« die Grundidee auf, welche Auswirkungen ein anderer Vorname auf das eigene Leben haben könnte.
Wir begegnen Cora, der Protagonistin, gefangen in einer lieblosen Ehe mit dem gewalttätigen, despotischen Gordon. Sie soll den Namen des neugeborenen Sohnes auf dem Standesamt eintragen lassen. Für ihren Mann gibt es da gar keinen Grund für Diskussionen oder Überlegungen: das Kind wird Gordon heißen, so wie er, denn dieser Vorname wird in seiner Familie seit Generationen vom Vater an den Sohn vererbt. Doch auf dem Weg zum Amt kommen Cora Zweifel. Will sie wirklich die Tradition fortführen und riskieren, dass der Sohn genauso wird wie sein schrecklicher Vater? Sie selbst würde ihn am liebsten Julian nennen, gleichbedeutend mit Himmelsvater. Ihre kleine Tochter Maia ist für Bear, denn ein Bär ist kuschelig, lieb und mutig. In drei Handlungssträngen werden dann Versionen eines Lebens erzählt, das hätte sein können: für einen Julian, Bear oder eben Gordon.
Wie war’s?
Ich habe diesen Roman innerhalb von drei Tagen weggesuchtet und bin immer noch total beeindruckt. Wenn es überhaupt einen Kritikpunkt gibt, dann, dass für meine Begriffe eine Triggerwarnung wegen der oft schwer zu ertragenden Gewaltszenen in Coras Ehe durchaus nicht geschadet hätte, soll ja LeserInnen geben, die mit dem Thema so ihre Probleme haben.
Alles andere ist einfach großartig. Die Grundidee (war hat sich nicht schon mal insgeheim gefragt, ob das eigene Leben mit einem anderen Vornamen vielleicht ganz anders verlaufen wäre?), die Umsetzung, die Konsequenzen von Coras Entscheidung (kann sie ihren Sohn wirklich lieben, wenn sie sich ihrem Mann fügt und dessen Vornamen wählt? Und was blüht ihr wohl, wenn sie gegen seinen ausdrücklichen Befehl handelt und ihn anders nennt?). Am Ende der Geschichte hatte ich wirklich einen dicken Kloß im Hals.
Keine Rezension ohne Erwähnung von Lisa Kögeböhn, die diesen Roman so gekonnt ins Deutsche übertragen hat. Ohne sie wäre der Lesegenuss wahrscheinlich nur halb so groß gewesen. Die Übersetzung liest sich wie aus einem Guss, rund, wortgewaltig und voller großartiger Bilder (»Sie staubwedelt sich beim Sprechen mit der Zunge Krümel von den Lippen«). Bei solchen Sätzen hat man sofort Bilder im Kopf und kann sich noch besser in die Story einfühlen.
Fazit
Genug geschwärmt, ich bin absolut hin und weg. »Die Namen« ist bisher 2026 ein absolutes Highlight. Von mir die volle Leseempfehlung, ich gehe jetzt noch ein bisschen darüber nachdenken, ob mein Leben anders verlaufen wäre, wenn sich meine Mutter durchgesetzt hätte und ich heute Sarah heißen würde statt Jessica.