Nomen est omen?
Bei Florence Knapps Roman 'Die Namen' vereinigten sich beim Lesen unterschiedliche Gefühle. Das atemlose Gefühl, diesen außergewöhnlichen und bemerkenswerten Roman sofort und möglichst ohne Unterbrechung lesen zu müssen und der Hofnung, dass dieser Roman, mit seiner warmen und einprägsamen Sprache, nie zu Ende gehen darf. Ein Gefühl, dass mir ein Debütroman so noch nie geschenkt hat. Wer beim Thema 'Vornamen' jetzt denkt, das Buch wäre ein Abklatsch der Filmkomödie, der irrt sich gewaltig. Dieser Roman ist weit entfernt von einer Komödie. Florence Knapp erzählt die Geschichte von Cora, die die Geburt ihres Sohnes und damit auch seinen Namen eintragen lassen muss. Eigentlich nichts Außergewöhnliches. Auch, die Tradition, dass der Sohn den Namen des Vaters weiterträgt, gibt es immer wieder. Was passiert aber, wenn dieser Vater ein gewalttätiger und kontrollierender Narzisst ist und Cora Angst hat, diesen Charakter durch den Namen auf ihren Sohn zu übertragen? Nun zeigt sich eine große Besonderheit dieses Romans, er erzählt drei Geschichten, in denen der Sohn jeweils einen anderen Namen bekommt. Alle 7 Jahren darf man wieder am Leben der Familienmitglieder teilnehmen und miterleben, welche Folgen die Nameswahl mit sich brachte. Ob der Name den Charakter eines Menschen und dessen Leben beeinflusst, kann jeder für sich entscheiden. Ein Buch, das sicher lange nachhallt, das erschüttert, das Mut macht und das uns, bis auf eine Ausnahme, die Charaktere ans Herz wachsen lässt. Ein Roman, den ich sicher immer wieder weiter empfehlen werde und der nun auf meiner Bestenliste steht.