Wie soll er heißen?

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bavaria123 Avatar

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Cora und Gordon haben bereits eine Tochter namens Maia, als ihr Sohn zu Welt kommt. Welchen Namen sollen sie ihm geben? Gordon nach dem Wunsch vom Vater, weil auch er, sein Vater und sein Großvater so heißen?
Bear, weil Maia sich einen weichen, kuschligen, mutigen und starken Bruder wünscht?
Oder Julian, einen Himmelsvater, wie es Cora gern hätte?

Florence Knapp vergibt alle drei Namen. Und in Sprüngen von jeweils sieben Jahren in der Zeit von 1987 bis 2022 lässt sie den Jungen als Bear, Julian und Gordon heranwachsen. Und tatsächlich sind alle Lebensläufe absolut unterschiedlich.

Allerdings liegt das nicht allein an dem Namen des Jungen, sondern daran, wer diesen gewollt und vorgeschlagen hat.
Und das liegt vor allem an Gordon Atkin, dem Vater. Beruflich ist er ein angesehener und sympathischer Mediziner. Privat ist er ein brutaler, manipulativer Mann.

Ich war eigentlich auf der Suche nach einem leichten Roman, vielleicht sogar humorvoll. Und so habe ich ziemlich uninformiert zu diesem Buch gegriffen. In der Vorstellung, wie sich Namen wie Kevin, Wolfgang Amadeus oder Adolf sich auf den Lebensweg auswirken.
Und nun hatte ich ein Buch mit häuslicher Gewalt, Femizid und Traurigkeit.
Das musste ich erstmal verarbeiten und war beim Lesen wirklich deprimiert bis schockiert.

Im krassen Gegensatz zu Gordons Brutalität steht der wunderbare Sprachstil der Autorin. Teilweise ist er klar und nüchtern, teilweise poetisch und emotional. Das hat mich förmlich in einen Lesefluss gezogen.

Das Buch wird noch lange in mir nachhallen. Ich vergebe 5 Sterne, bin aber der festen Meinung, dass hier unbedingt eine Triggerwahrnung gegeben werden muss. Die Adjektive "mitreißend, gefühlvoll, brillant konstruiert oder ergreifender" Roman reicht als Beschreibung absolut nicht aus und betrifft nur die schriftstellerische Seite.