Zwischen Welten – aber ohne mich

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
wortteufel Avatar

Von

Ich habe den Text mit Neugier begonnen, weil mich die Kulisse Sri Lankas und der leise Schmerz des Prologs gereizt haben – Saliya wirkt in ihrer inneren Zerrissenheit authentisch, die Szene am alten Haus ist atmosphärisch dicht erzählt. Doch was danach folgt, verliert mich ziemlich schnell.

Die Gegenwartshandlung rund um Lali ist sprachlich solide, aber mir persönlich zu vorhersehbar, zu brav, zu glatt. Viel innerer Monolog, wenig Substanz. Die Themen – Sinnsuche, berufliches Straucheln, familiäre Altlasten – sind zwar relevant, aber mir fehlt hier die erzählerische Tiefe oder ein origineller Ton. Die Figuren wirken blass, die Konflikte oft wie aus einem bekannten Baukasten. Ich habe keine emotionale Verbindung aufgebaut und mich beim Lesen eher durch die Seiten geschoben als hineingezogen gefühlt.

Fazit: Wohlfühlroman mit leichter Melancholie, aber für meinen Geschmack zu formelhaft. Sprache solide, aber wenig literarischer Reiz. Ich glaube nicht, dass das etwas für mich ist.