Ein merkwürdiger Roman, der mich leider nicht erreicht hat

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leseprinzessin1991 Avatar

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Katie Kitamuras „Die Probe“ hat mich vor allem mit einem Gefühl zurückgelassen: Ratlosigkeit. Ich habe bis zum Ende nicht so recht verstanden, worauf der Roman eigentlich hinauswill oder was genau er mir erzählen möchte.

Besonders schwer fiel mir der Zugang zur Hauptfigur. Ich bin mit ihr überhaupt nicht warm geworden und konnte weder eine wirkliche Nähe noch großes Interesse an ihrer Geschichte entwickeln. Vieles blieb für mich seltsam distanziert und kühl. Zwar passt diese Atmosphäre vermutlich durchaus zum Konzept des Romans, für mich hat sie aber eher dazu geführt, dass mir die Figuren zunehmend gleichgültig wurden.

Der Schreibstil war grundsätzlich in Ordnung und stellenweise durchaus angenehm zu lesen. Mein größtes Problem war jedoch die Handlung. Für mich gab es praktisch keine Spannungskurve. Ich hatte nie das Gefühl, dass sich die Geschichte auf etwas zubewegt oder dass ich unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht. Ereignisse und Gespräche folgten aufeinander, ohne dass sich daraus für mich ein wirklicher Sog entwickelte.

Hinzu kam, dass vieles sehr beliebig auf mich wirkte. Der Roman spielt zwar immer wieder mit Unsicherheit, Identität, Wahrnehmung und der Frage, wie gut wir andere Menschen eigentlich kennen. Diese Themen hätten durchaus interessant sein können, blieben für mich aber zu abstrakt und undurchsichtig. Statt geheimnisvoll oder subtil empfand ich die Geschichte deshalb eher als merkwürdig und schwer greifbar.

Vielleicht ist „Die Probe“ genau die Art von Roman, die man nach dem Lesen lange interpretieren und auseinandernehmen kann. Bei mir hat diese Offenheit allerdings nicht zu Faszination geführt, sondern hauptsächlich zu dem Gedanken: Was genau sollte das jetzt eigentlich sein?

Sprachlich okay, inhaltlich für mich jedoch zu distanziert, beliebig und spannungsarm. Leider kein Roman, der mich wirklich erreichen konnte.