Die Kunst der perfekten Täuschung

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Schon auf den ersten Seiten hat mich der Sog von Mayfair gepackt, aber anders, als ich es erwartet hatte. Ich finde mich nicht in einer staubigen Geschichtsstunde wieder, sondern mitten in einem rasanten, fast schon frechen Raubzug-Szenario im London des Jahres 1905. Was mich sofort fasziniert hat, ist die kühle Präzision von Mrs. King. Sie ist keine gewöhnliche Hauswirtschafterin – sie ist eine Strategin, die das prächtige Herrenhaus in der Park Lane wie ein Schachbrett betrachtet.
Ich fühle beim Lesen dieses Knistern zwischen den Zeilen: den Kontrast zwischen dem protzigen Luxus der High Society und der unsichtbaren Welt der Bediensteten, die im Hintergrund die Fäden ziehen. Die Atmosphäre ist elektrisierend. Ich spüre förmlich das schwere Silber und den Duft von teurem Parfüm, während ich gleichzeitig merke, dass unter den glattgebügelten Oberflächen eine enorme Wut brodelt. Es ist dieses Gefühl von „Wir gegen Die“, das mich sofort auf die Seite der Verschwörer gezogen hat.
Für mich fühlen sich diese ersten 22 Seiten wie der Moment an, in dem man die Zündschnur an einer gewaltigen Torte anzündet. Alex Hay schreibt mit einem Augenzwinkern und einer Eleganz, die mich sofort für Mrs. Kings Racheplan eingenommen hat. Es ist ein glamouröser, aber gefährlicher Einstieg, der mir verspricht: Hier wird nicht nur Tee serviert, hier wird das ganze System in die Luft gejagt. Ich bin bereit für den großen Coup!