Ballsaal, Betrug und Geheimnisse

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Nach "Mayfair House" war ich sehr gespannt auf den nächsten Roman von Alex Hay. Schon damals mochte ich diese Mischung aus clever konstruiertem Coup und den exzentrischen Figuren. Auch "Die Queen von Mayfair" bewegt sich wieder genau in dieser Welt aus Intrigen, Täuschung und gesellschaftlichen Machtspielen. Diesmal sogar noch deutlich glamouröser.

Quinn Le Blanc ist eine Hochstaplerin mit einem Plan. Innerhalb von fünf Tagen will sie den Duke of Kendal heiraten und um sein Vermögen bringen. Natürlich läuft dabei nichts so glatt wie sie es gern hätte. Ständig tauchen neue Interessen, Geheimnisse und Gegenspieler auf, sodass das Ganze schnell zu einem komplexen Katz-und-Maus-Spiel wird.

Was Alex Hay wirklich kann, ist die Atmosphäre. Das viktorianische London wirkt opulent, lebendig und manchmal fast überladen. Dazu kommt ein angenehm flüssiger Schreibstil, der dafür sorgt, dass man trotz der vielen Figuren und Wendungen gern weiterliest.

Quinn als Hauptfigur hat mir sehr gut gefallen. Sie ist klug, berechnend, charmant und herrlich unbeirrt. Keine klassische Heldin, aber definitiv eine interessante Figur, von der ich mehr lesen wollte. Überhaupt lebt der Roman stark von seinen Charakteren, auch wenn manche etwas mehr Tiefe hätten vertragen können.

Alex Hay liebt Wendungen. Vielleicht ein bisschen zu sehr. Irgendwann wird das Gebilde aus Täuschungen und Geheimnissen so dicht, dass man fast den Überblick verliert. Manche Entwicklungen wirken konstruiert und dass sich dieses ganze Drama innerhalb von nur fünf Tagen abspielen soll, verlangt schon einiges an gutem Willen.

Insgesamt hatte ich trotzdem viel Spaß mit dem Buch. Es ist spannend und unterhaltsam - keine Frage. Kein perfekter Roman, aber einer mit Stil und einer richtig guten Grundidee. Und optisch ist das Buch ohnehin ein kleines Highlight. Das dunkelblaue Cover mit dem goldenen Farbschnitt passt perfekt zur Geschichte.