Enttäuschend

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rebekka Avatar

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Das ist doch mal eine interessante Protagonistin: Eine Hochstaplerin, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, reiche Männer von „schändlichem Charakter“ um ihr Geld zu bringen! Es dürfte wohl niemanden geben, der Quinn le Blanc nicht viel Glück für ihr Vorhaben wünscht. Mir ging es jedenfalls so, und ich machte mich voller Neugier an die Lektüre.

Die Vorfreude wich allerdings schnell einem gewissen Frust. Zum einen ist das anvisierte Opfer nicht von „schändlichem Charakter“, dem man diesen Betrug von Herzen gönnen würde. Im Gegenteil: Der Herzog von Kendal ist in meinen Augen sogar (abgesehen vom treuen Silk) die einzige sympathische Person im ganzen Buch. Schon kurz nach seinem ersten Auftritt tat er mir nur noch leid, und ich wünschte Quinn, dass sie mit ihrem Vorhaben scheitern würde.

Wenig Gefallen fand ich auch an dem Fünf-Punkte-Plan, mit dem die Verführung des Opfers und der Sieg der Verführerin in Szene gesetzt werden musste. Damit der vorgegebene, starre Ablauf eingehalten werden konnte, musste Autor Alex Hay nachdrücklich den Zufall bemühen: zufällig hat das Opfer gerade keine Herzensdame, zufällig hat er ein schlimmes Geheimnis, zufällig wurde er gerade jetzt mehr oder weniger gezwungen, zu heiraten.

Dass auch noch jemand anderes ein falsches Spiel spielt, steht leider schon im Klappentext. So kam diese Wendung nicht überraschend. Allerdings muss ich dem Autor zugestehen, dass er den „Falschspieler“ und seine Helfershelfer geschickt verborgen hat. Ich hatte lediglich einen vagen Verdacht, aber keine Idee, was sein Motiv sein könnte.

Insgesamt konnte mich das Buch nicht begeistern. Ich fand es zu realitätsfern, zu konstruiert und von zu vielen unsympathischen Personen bevölkert.