Reizvolles Gaunerspiel im historischen Gewand

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davina Avatar

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Mit seinem historischen Roman „Die Queen von Mayfair“ entführt uns Alex Hay ins schillernde London des Jahres 1898. Nach seinem Debüt „Mayfair House“ wechselt der Autor die Perspektive von den Dienstboten hinein in die High Society, wo Schein und Sein verschmelzen. Im Mittelpunkt steht die schlaue Quinn Le Blanc, eine Meisterin der Täuschung, die innerhalb von nur fünf Tagen den begehrtesten Junggesellen der Stadt samt Vermögen angeln will. Hay setzt dieses Heist-Motiv brillant um; die knappe Frist sorgt für eine mitreißende Dynamik, die den Plot wie ein historisches Ocean’s Eleven wirken lässt.
Optisch ist das Buch durch das elegante Cover und den edlen Farbschnitt ein absoluter Blickfang, der den Glamour der Belle Époque perfekt einfängt. Der Schreibstil ist elegant, flüssig und voller feinem, britischem Witz, was vom Übersetzerinnen-Duo Regina Rawlinson und Sabine Lohmann pointiert ins Deutsche übertragen wurde. Quinn fasziniert dabei als manipulative Protagonistin, die in einer von Männern dominierten Welt überlebt. Ihre Motivationen bleiben stets nachvollziehbar, auch wenn manche Figuren genretypisch leicht überzeichnet sind.
Das charmante Spiel mit den Maskeraden zeigt schonungslos, dass die feine Gesellschaft oft skrupelloser ist als die Halbwelt. Insgesamt ist der Roman ein herrlich amüsanter und wendungsreicher Genuss. Er ist die ideale Empfehlung für alle, die eine Schwäche für historische Kulissen, Bridgerton-Vibes und kluge Intrigen mit starker Frauenpower haben.