Viel Glanz, wenig Gefühl
„Die Queen von Mayfair“ von Alex Hay beginnt bereits äußerlich vielversprechend: Das königsblaue Cover mit seinen goldenen Elementen ist ein echter Hingucker, der Goldschnitt rundet die edle Gestaltung perfekt ab. Im Nachhinein wäre allerdings Grün die Farbe meiner Wahl gewesen, da das ja gerade die Farbe der Queen von Mayfair ist.
Auch die Grundidee des Romans hat mir ausgesprochen gut gefallen. Der ausgeklügelte Betrugscoup mit seinen strengen Regeln, die sich an den Abläufen einer Treibjagd orientieren, sorgt zunächst für große Erwartungen an Tempo, Spannung und Raffinesse. Sprachlich ist das Buch zudem angenehm und flüssig geschrieben, auch wenn manche Beschreibungen – insbesondere die Gerüche der Schauplätze – etwas zu häufig betont werden.
Gerade das viktorianische London war für mich ein großer Pluspunkt des Romans. Ich lese sehr gern Geschichten, die in dieser Zeit spielen, und mochte es auch hier, durch Straßennamen und verschiedene Viertel ein Gefühl für die Stadt zu bekommen und gedanklich durch dieses historische London zu streifen.
Leider konnte mich die Umsetzung nicht vollständig überzeugen. Vor allem die Figuren wirkten auf mich oft nicht ganz konsistent. Die Motivation der Hauptfigur Quinn Le Blanc blieb für mich zu schwach, während ihr Gegenspieler Lord Kendal keine Boshaftigkeit ausstrahlte und stattdessen eher liebenswert wirkte. Dadurch fehlte dem zentralen Konflikt komplett die Schärfe. Überraschenderweise war ausgerechnet Quinns Helfer Silk für mich die stimmigste Figur des Romans. Hingegen nahm die Schwester des Lords im Verlauf der Handlung meiner Meinung nach zu viel Raum ein.
Hinzu kommt, dass die Geschichte mit ihren zahlreichen Wendungen irgendwann unnötig verworren wirkt. Statt mitzufiebern, hatte ich oft eher das Gefühl, nur noch überrascht daneben zu stehen, weil ständig etwas anders verlief als zuvor angekündigt oder geplant. Gerade weil die Grundidee so stark ist, hätte ich mir an manchen Stellen mehr Einblick gewünscht, um Anteil nehmen zu können. Noch dazu erscheint es wenig glaubwürdig, dass all diese Entwicklungen innerhalb von nur fünf Tagen stattfinden sollen – sowohl was die emotionale Entwicklung der Figuren zueinander betrifft als auch die Organisation des Coups.
Die große Enthüllung am Ende konnte mit dem zuvor aufgebauten Aufwand leider nicht mithalten. Dazu kommt, dass praktisch keine der Figuren ein wirklich zufriedenstellendes Ende bekommt. Besonders das Fehlen eines echten Happy Ends oder zumindest eines Hoffnungsschimmers in Sachen Liebe empfand ich am Schluss als enttäuschend.
Trotz aller Kritik bleibt „Die Queen von Mayfair“ aber ein kurzweiliger Roman mit einer originellen Idee und einem sehr angenehmen Schreibstil. Für mich wäre allerdings deutlich mehr möglich gewesen.
Auch die Grundidee des Romans hat mir ausgesprochen gut gefallen. Der ausgeklügelte Betrugscoup mit seinen strengen Regeln, die sich an den Abläufen einer Treibjagd orientieren, sorgt zunächst für große Erwartungen an Tempo, Spannung und Raffinesse. Sprachlich ist das Buch zudem angenehm und flüssig geschrieben, auch wenn manche Beschreibungen – insbesondere die Gerüche der Schauplätze – etwas zu häufig betont werden.
Gerade das viktorianische London war für mich ein großer Pluspunkt des Romans. Ich lese sehr gern Geschichten, die in dieser Zeit spielen, und mochte es auch hier, durch Straßennamen und verschiedene Viertel ein Gefühl für die Stadt zu bekommen und gedanklich durch dieses historische London zu streifen.
Leider konnte mich die Umsetzung nicht vollständig überzeugen. Vor allem die Figuren wirkten auf mich oft nicht ganz konsistent. Die Motivation der Hauptfigur Quinn Le Blanc blieb für mich zu schwach, während ihr Gegenspieler Lord Kendal keine Boshaftigkeit ausstrahlte und stattdessen eher liebenswert wirkte. Dadurch fehlte dem zentralen Konflikt komplett die Schärfe. Überraschenderweise war ausgerechnet Quinns Helfer Silk für mich die stimmigste Figur des Romans. Hingegen nahm die Schwester des Lords im Verlauf der Handlung meiner Meinung nach zu viel Raum ein.
Hinzu kommt, dass die Geschichte mit ihren zahlreichen Wendungen irgendwann unnötig verworren wirkt. Statt mitzufiebern, hatte ich oft eher das Gefühl, nur noch überrascht daneben zu stehen, weil ständig etwas anders verlief als zuvor angekündigt oder geplant. Gerade weil die Grundidee so stark ist, hätte ich mir an manchen Stellen mehr Einblick gewünscht, um Anteil nehmen zu können. Noch dazu erscheint es wenig glaubwürdig, dass all diese Entwicklungen innerhalb von nur fünf Tagen stattfinden sollen – sowohl was die emotionale Entwicklung der Figuren zueinander betrifft als auch die Organisation des Coups.
Die große Enthüllung am Ende konnte mit dem zuvor aufgebauten Aufwand leider nicht mithalten. Dazu kommt, dass praktisch keine der Figuren ein wirklich zufriedenstellendes Ende bekommt. Besonders das Fehlen eines echten Happy Ends oder zumindest eines Hoffnungsschimmers in Sachen Liebe empfand ich am Schluss als enttäuschend.
Trotz aller Kritik bleibt „Die Queen von Mayfair“ aber ein kurzweiliger Roman mit einer originellen Idee und einem sehr angenehmen Schreibstil. Für mich wäre allerdings deutlich mehr möglich gewesen.