Gute Idee ,- Umsetzung abwarten
Die Prämisse greift ein extrem spannendes Gedankenexperiment auf: Was macht eine Gesellschaft mit den Menschen, wenn der staatlich erzwungene Tod per Herz-Chip exakt am 40. Geburtstag eintritt? Das Ganze startet als düstere Gesellschaftssatire, kippt in der Leseprobe aber sehr schnell in den Mikrokosmos einer recht anstrengenden Midlife-Crisis.
Schreib technisch liest sich das Ganze extrem locker, umgangssprachlich und ohne jede Hürde weg. Aber genau da liegt der Knackpunkt: Das Pacing zieht sich stellenweise wie Kaugummi, weil Chanell einfach ununterbrochen rumjammert. Anstatt dass der ablaufende Timer für echten Zug sorgt, verheddert sich der Text in endlosen, repetitiven Monologen über Event-Kosten, Last-Minute-Shopping, Gesichtsfilter und Belanglosigkeiten. Chanell als Hauptfigur bleibt extrem flach. Ihr schmerzhaftes Wachstum fehlt völlig – sie verharrt in einer passiven, oberflächlichen Opferrolle. Auch das Worldbuilding lässt massiv Federn: Statt die psychologischen, ökonomischen oder politischen Abgründe dieser Tode-per-Dekret-Welt tiefgründig auszuleuchten, dreht sich alles nur um florierende Bestattungs-Branchen, Party-Planer und Schnäppchenjäger. Das ist als zynischer Humor ganz nett, aber für eine echte dystopische Substanz viel zu blass.
Schreib technisch liest sich das Ganze extrem locker, umgangssprachlich und ohne jede Hürde weg. Aber genau da liegt der Knackpunkt: Das Pacing zieht sich stellenweise wie Kaugummi, weil Chanell einfach ununterbrochen rumjammert. Anstatt dass der ablaufende Timer für echten Zug sorgt, verheddert sich der Text in endlosen, repetitiven Monologen über Event-Kosten, Last-Minute-Shopping, Gesichtsfilter und Belanglosigkeiten. Chanell als Hauptfigur bleibt extrem flach. Ihr schmerzhaftes Wachstum fehlt völlig – sie verharrt in einer passiven, oberflächlichen Opferrolle. Auch das Worldbuilding lässt massiv Federn: Statt die psychologischen, ökonomischen oder politischen Abgründe dieser Tode-per-Dekret-Welt tiefgründig auszuleuchten, dreht sich alles nur um florierende Bestattungs-Branchen, Party-Planer und Schnäppchenjäger. Das ist als zynischer Humor ganz nett, aber für eine echte dystopische Substanz viel zu blass.