Happy Birthday und herzliches Beileid!

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Stellt euch vor, ihr wisst ganz genau, wann ihr sterben werdet. Nicht ungefähr, sondern auf die Minute genau. Und ausgerechnet an eurem 40. Geburtstag ist Schluss. Was für eine schreckliche Vorstellung! Gleichzeitig finde ich diese Idee als Grundlage für einen Roman unglaublich spannend.

Schon nach den ersten Seiten war mir klar, dass „Die R.I.P.-Party“ keine gewöhnliche Geschichte über das Sterben wird. Allein die Vorstellung, dass man eine professionelle Happy-End-Planerin engagiert, um seine eigene Abschiedsparty zu organisieren, ist herrlich absurd. Ich musste tatsächlich mehrfach schmunzeln, obwohl das Thema eigentlich alles andere als lustig ist.

Chanell war mir mit ihrer sarkastischen, manchmal herrlich genervten Art sofort sympathisch. Besonders ihre Gedanken während der Therapiesitzung fand ich unterhaltsam. Gleichzeitig hat sie mich aber auch traurig gemacht. Sie blickt auf ihr Leben zurück und hat das Gefühl, viel zu wenig daraus gemacht zu haben. Dazu kommt, dass fast alle Menschen, die ihr etwas bedeutet haben, bereits gestorben sind. Hinter ihren bissigen Kommentaren steckt also eine ziemlich einsame Frau, die große Angst vor ihrem Ende hat.

Der Schreibstil ist locker, direkt und voller schwarzem Humor. Die Geschichte lässt sich wunderbar flüssig lesen, ohne dass die ernsten Themen dabei verloren gehen. Die Spannung entsteht für mich vor allem durch die Frage, was Chanell in ihrer letzten Lebenswoche noch erleben wird. Ob sie vielleicht doch noch etwas wagt, das sie sich bisher nie zugetraut hat? Und was steckt hinter der schmerzhaften Erinnerung an die Person, deren Name mit L beginnt?

Auch das Cover finde ich richtig gelungen. Die düstere Gestaltung mit den schwarzen Luftballons, der Geburtstagstorte und der verschleierten Frau mit Krone ist herrlich makaber. Besonders die türkisfarbenen Akzente gefallen mir, weil sie das Ganze etwas auflockern. Das Cover macht sofort deutlich, dass hier Geburtstag und Beerdigung auf ziemlich ungewöhnliche Weise aufeinandertreffen.

Ich erwarte eine Geschichte, die mich zum Lachen bringt, mir aber zwischendurch auch einen ordentlichen Kloß im Hals beschert. Vor allem hoffe ich, dass Chanell in ihrer letzten Woche erkennt, dass ein erfülltes Leben nicht unbedingt aus großen Erfolgen und spektakulären Erlebnissen bestehen muss.

Und ganz nebenbei bringt mich die Leseprobe selbst zum Nachdenken: Was würde ich eigentlich anders machen, wenn ich wüsste, dass meine Zeit begrenzt ist?

Genau diese Mischung aus schwarzem Humor, ungewöhnlicher Zukunftsvision und ernsten Lebensfragen macht mich neugierig auf den Rest des Buches.