Charmante Figuren aber erzählerisch etwas blasser als Band eins

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‚Die Rätsel meines Großvaters‘ ist der zweite Band einer dreiteiligen Reihe des japanischen Autors Masateru Konishi. Auch in diesem Roman stehen die junge Lehrerin Kaede und ihr Großvater im Mittelpunkt, die eine gemeinsame Leidenschaft für Krimigeschichten und Rätsel teilen.

Bereits im ersten Band dieser Reihe - ‚Die Bibliothek meines Großvaters‘ - sehen sich die beiden mit verschiedenen rätselhaften Vorkommnissen konfrontiert, die der Großvater durch clevere Deduktionen lösen kann.
Diese Erzählweise setzt sich auch in diesem Band fort. Die Handlung, die sich über einen Zeitraum von einem Jahr erstreckt, wird episodenhaft erzählt. Sie konzentriert sich in fünf Kapiteln auf fünf Fälle bzw. rätselhafte Ereignisse aus dem persönlichen Umfeld Kaedes bzw. ihrer Freunde.
Ich habe die Fälle dieses Mal als nicht ganz so interessant empfunden wie im ersten Band, auch weil man diesmal nicht so richtig miträtseln konnte. Die Herleitungen des Großvaters erschienen mir teilweise etwas zu weit hergeholt.

Der übergreifende Handlungsbogen des Buches ist die enge Beziehung zwischen Kaede und ihrem an Demenz erkrankten Großvater, dessen Gesundheitszustand sich langsam verschlechtert. Darüber hinaus steht die Freundschaft zwischen Kaede, Iwata und Shiki im Mittelpunkt. Diese Freundschaft ist sehr schön beschrieben, insbesondere die Kabbeleien zwischen Iwata und Shiki sind amüsant. Am Ende des ersten Bands offenbart Kaede ihrem Großvater, dass sie sich verliebt hat. Auch Iwata und Shiki sind beide an Kaede interessiert und haben einen Pakt miteinander geschlossen, sie entscheiden zu lassen. Etwas genervt hat mich allerdings, dass es zu keiner Entscheidung kommt und die Leser bis zum Ende nicht erfahren, für welchen der beiden Männer Kaedes Herz schlägt. Hier muss man wohl auf Band drei warten.

Fazit. ‚Die Rätsel meines Großvaters‘ knüpft an die Erzählweise des ersten Bandes an. Die Fälle waren dieses Mal für mich jedoch nicht ganz so interessant. Die persönlichen Beziehungen der Protagonistin Kaede zu ihrem Großvater und ihren Freunden waren grundsätzlich schön beschrieben. Insgesamt habe ich das Buch aber als etwas schwächer als den ersten Teil empfunden. Ich freue mich trotzdem auf Band drei.