Der japanische cozy Rätselspaß geht in die zweite Runde

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herr_hygge Avatar

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„Kaede. Gib mir doch mal eine Zigarette…“

Nachdem Kaede und ihr an Lewis-Körper-Demenz erkrankter Großvater einige interessante Kriminalfälle gelöst haben, die über Bekannte und Freunde an sie herangetragen wurden, und die beiden selbst nur knapp einer großen Gefahr entronnen sind, ist etwas Ruhe eingekehrt. Doch die beiden Krimi-Liebhaber*innen knobeln immer noch sehr gerne über mysteriösen Fällen, versuchen deren Geheimnisse zu lüften – und davon gibt es reichlich, als plötzlich Agatsuma, ein ehemaliger Schüler von Kaedes Großvater, der mittlerweile bei der Kriminalpolizei arbeitet, in ihr Leben tritt …

Dass ich eigentlich nicht so der Krimileser bin, habe ich schon das ein oder andere Mal erwähnt. Allerdings muss ich meine Einstellung, was das angeht, etwas überdenken – zumindest in Bezug auf Cozy-Krimis. Denn so eine nette Geschichte zwischendurch ist schon etwas Feines, vor allem dann, wenn man, wie in diesem Fall, bereits liebgewonnenen Charakteren erneut begegnen kann. Denn mit „Die Rätsel meines Großvaters“ beschert uns Masateru Konishi ein Wiedersehen mit seinem ungewöhnlichen, aber überaus charmanten Ermittler-Duo.

Ein Wiedersehen, das ich sehr genossen habe, denn ohne große Umschweife startet Konishi in seine Geschichten und lässt Gegebenheiten und Geschehnisse aus dem ersten Band ganz beiläufig einfließen, sodass bei mir gar nicht das Gefühl aufkam, dass es sich hierbei um eine Fortsetzung handelt. Es fühlte sich eher so an, als würden die Geschichten einfach weitergehen. Und diese sprühen wieder vor Charme und Ideenreichtum sowie gut gewählten Anspielungen auf bekannte Kriminal- oder Suspensegeschichten von Alfred Hitchcock oder Agatha Christie.

Wer gerne gemütlichen, dennoch spannenden Rätselspaß sucht, ist hiermit richtig gut versorgt.