Emotional und warmherzig

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martinchen Avatar

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Nach „Die Bibliothek meines Großvaters“ legt Masateru Konishi den zweiten Band seiner Trilogie vor.

Die gemeinsame Liebe zur Literatur, insbesondere Krimis verbindet Kaede mit ihrem an Lewy-Körperchen-Demenz leidenden Großvater genauso wie die Leidenschaft, große und kleine Rätsel zu lösen. Vor allem in letzterem sieht Kaede eine Chance, ihr eigenes Trauma zu heilen, denn der Gesundheitszustand ihres Großvaters schwankt stark.

Zunächst scheint es, dass der Autor eine Reihe einzelner Geschichten aneinanderreiht, denn es dauert ein wenig, bis der rote Faden erkennbar wird. Die Protagonisten kennen wir bereits aus dem ersten Band, mit Ausnahme von Agatsuma und seinem Kollegen Jonouchi. Die beiden sind bei der Polizei und spielen aus verschiedenen Gründen wichtige Rollen. Kaede wagt sich langsam aus ihrem Schneckenhaus heraus, bis etwas geschieht, was sie zurückwirft.

Der Schreibstil ist eher langsam und ruhig, sehr passend zu meiner Vorstellung von Japan. Die hin und wieder eingefügten japanischen Wörter werden nicht erläutert, was ich auch nicht nötig finde.

Das Miträtseln führt dazu, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen wollte. Die Rätsel werden vollständig aufgelöst. Besonders gelungen finde ich die Hinweise auf eine Reihe von Kriminalromanen und -filmen, die die Rätsel bildhaft werden lassen.

Die Krankheit des Großvaters steht im Vordergrund. Selbst wenn sie nicht thematisiert wird, ist sie zwischen den Zeilen erkennbar, ebenso wie die große Zuneigung, die die beiden füreinander haben.
Kaedes Freunde sind sympathisch und empathisch. Sie unterstützen Kaede, wo sie können, teilweise anders als erwartet.

Das japanisch gestaltete Cover garantiert den Wiedererkennungseffekt.

Fazit: eine berührende Fortsetzung