Konnte mich nicht mitreißen

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
darts Avatar

Von

Bei dem Roman: 'Die Rätsel meines Grossvaters' handelt es sich um den zweiten Teil einer Trilogie des japanischen Autors Masateru Konishi. Leider kenne ich den ersten Teil: ' Die Bibliothek meines Grossvaters' nicht und so fehlte mir viel Vorwissen über die drei jungen Leute: Kaede, die Enkelin und ihre beiden Freunde Iwata und Shiki. Kaede ist Lehrerin und kümmert sich rührend um ihren dementen Grossvater. Dieser leidet an einer besonderen Form von Demenz, sodass er in manchen Situationen total wach und klar ist und viele Zusammenhänge erkennt, die anderen zunächst verborgen blieben. Um diese Besonderheit dreht sich der ganze Roman.
Immer wieder tauchen im Alltagsleben der drei jungen Leute Rätsel auf, die sie nicht selbst lösen können. Hat Iwata als Kind eines nachts wirklich mit dem Weihnachtsmann gesprochen und wieso war dieser so plötzlich verschwunden. Und auch sein Vater war seitdem verschollen.
Der Grossvater findet dazu eine plausible Erklärung, genau wie zu anderen Rätseln, die er von den dreien gestellt bekommt. Er vergleicht die offenen Fragen oft mit Situationen aus Büchern und Filmen, hauptsächlich des Regisseurs Alfred Hitchcock und zieht daraus seine Schlüsse. Unterstützt von Kaede, die seine Leidenschaft für Bücher teilt und ebenfalls die ganzen Werke kennt.
Es zieht sich ein roter Faden durch die Rätsel, was anfangs nicht ersichtlich ist und den Roman mit den einzelnen Rätseln zusammengewürfelt erscheinen lässt. Die vorherigen Situationen, bis der Grossvater zu Rate gezogen wird, waren mir oft selbst ein Rätsel und das Lesen war etwas abgehackt. Fehlte mir zu viel Wissen aus dem ersten Band? Sicher kenne ich auch die japanische Kultur zu wenig und einige Begriffe musste ich nachschlagen, sodass es immer eine Unterbrechung gab. Die Treffen mit dem Grossvater waren immer sehr harmonisch, da Kaede sich rührend um den Grossvater kümmert und alle anderen Teilnehmer ihm ihren vollen Respekt zollen. Leider waren mir dann auch nicht alle Szenen aus den Hitcockfilmen oder alle Titel der Bücher bekannt. Die, welche ich kannte, hatte ich dann auch bildlich vor Augen, sodass bei den Grossvatertreffen immer der Lesefluss wieder da war.
Ich hätte vielleicht nicht mit dem zweiten Band beginnen sollen, aber so kann ich leider nur 3,5 Sterne vergeben und habe für mich beschlossen, es bei diesem einen Band zu belassen.
Die Optik des Buches ist mit seinem schön gestaltetem Buchschnitt und Einband sehr gelungen.