Rätsel, Gefühle und ganz viel Herz

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sello Avatar

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Ich hatte schon den ersten Band gelesen und wirklich geliebt, deshalb war ich sehr gespannt auf die Fortsetzung und ich wurde nicht enttäuscht. Wenn ich die Reihe beschreiben müsste, würde ich sagen: eine Mischung aus Cozy Crime, ein bisschen Agatha Christie-Vibes, Familiengeschichte und dieser besonderen japanischen Erzählweise.

Gerade dieser Schreibstil ist ja etwas, das nicht jedem gefällt. Ich habe dazu auch schon Kritik gesehen, aber man muss einfach im Hinterkopf behalten, dass es sich um übersetzte japanische Literatur handelt. Wenn man sich darauf einlässt, hat das Ganze einen ganz eigenen Charme, den ich persönlich sehr mag.

Auch in diesem Band gibt es wieder mehrere kleinere Geschichten rund um Kaede, ihren Großvater und ihr Umfeld, kombiniert mit einer übergeordneten Handlung, die sich bis zum Ende durchzieht und dort aufgelöst wird. Besonders aufgefallen ist mir, dass dieser Band emotional noch einmal stärker war als der erste. Es gab einige wirklich rührende Momente, die mich fast zu Tränen gebracht haben, wahrscheinlich auch, weil man die Charaktere inzwischen besser kennt und eine ganz andere Verbindung zu ihnen hat.

Die Rätsel und ihre Auflösungen haben mich wieder mehrfach überrascht, und zwischendurch gab es auch einige unterhaltsame und schöne Szenen. Ein großes Lob geht für mich erneut an den Umgang mit dem Thema Demenz. Ich finde, man nimmt aus diesen Passagen immer auch etwas mit, weil Kaede vieles erklärt und einordnet, was gut zu ihrem Beruf passt und gleichzeitig sehr natürlich in die Geschichte eingebaut ist.

Insgesamt hat mir auch dieser Band wieder richtig gut gefallen, und ich freue mich jetzt schon sehr auf den nächsten. Ich habe gesehen, dass in Japan gegen Ende des Jahres der dritte Band erscheinen soll und ich kann es kaum erwarten.