berührend & geheimnisvoll

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Das Cover verströmt sofort eine ganz besondere, nordische Ruhe. Die kleinen roten Bootshäuser am Steg und das sanfte Licht über dem Wasser fangen dieses typische Schweden-Idyll wunderschön ein. Es wirkt friedlich, strahlt aber durch die blassen Farben auch eine leise Sehnsucht aus, die perfekt zum Inhalt passt.Romy Fölcks Schreibstil hat mich ab der ersten Zeile berührt. Sie schreibt unglaublich feinfühlig, bildhaft und emotional. Man spürt die kühle, algige Luft auf der Fähre und die Erschöpfung der Protagonistin Judith nach der langen Autofahrt fast körperlich. Die Sehnsucht und der Schmerz der Figuren liegen wie ein feiner Nebel über den Zeilen.Der Spannungsaufbau ist hier eher leise und psychologisch. Die Geschichte beginnt im Prolog mit Marga im Jahr 1995, die trotz großer Angst und eines schweren Verlusts in den Mälarensee eintaucht. Der Sprung ins Jahr 2026 zu Judith, die nach einer plötzlichen Trennung überstürzt nach Schweden flieht, wirft sofort Fragen auf. Richtig packend wird es durch die Parallelen: Beide Frauen verbindet eine tiefe, fast magische Beziehung zum See und zu schmerzhaften Erinnerungen an die Vergangenheit.Die Charaktere wirken unheimlich authentisch und verletzlich. Judith, die nach dem Ehe-Aus versucht, ihre Sprachlosigkeit zu überwinden und ihr Leben neu zu ordnen, ist mir sofort ans Herz gewachsen. Und auch die ältere Marga, die an Regentagen allein im See schwimmt, um ihren verlorenen Liebsten nahe zu sein, fasziniert mich total.Ich erwarte ein tiefgründiges Familiendrama vor einer traumhaften schwedischen Kulisse. Ich möchte das Buch unbedingt weiterlesen, weil ich wissen will, wie die Schicksale von Marga und Judith miteinander verwoben sind, welches dunkle Geheimnis in der Vergangenheit der Insel Färingsö liegt und ob beide Frauen am Ende ihren Frieden finden können.