Melancholisch am Wasser

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therealmike Avatar

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Diese Leseprobe hat mich mit ihrer melancholischen, wasserdurchtränkten Atmosphäre sofort in ihren Bann gezogen. Der Prolog mit Marga am Mälarensee, ihre Überwindung der Angst vor dem Wasser, die sie einst verlor, und das plötzliche Untertauchen am Ende hat mich sofort beunruhigt und neugierig gemacht, was genau ihr geschehen ist.

Judiths Geschichte, die frisch getrennte Literaturwissenschaftlerin, die nach Schweden flieht, ist mit feinem Gespür für die Zwischentöne einer zerbrechenden Ehe geschildert. Besonders die Rückkehr an den Ort ihrer Kindheitssommer, das veränderte und doch vertraute Ekerö, die Erinnerung an die verschwundene Freundin Evi, all das verwebt sich zu einem dichten Netz aus Verlust und Sehnsucht nach einer unbeschwerten Vergangenheit. Die Autorin lässt geschickt offen, was zwischen Judith und Evi vorgefallen ist, was sofort Fragen aufwirft.

Der zweite Marga-Abschnitt hat mich dann noch mehr gefesselt: ihr täglicher, fast zwanghafter Kampf im Regen zu schwimmen, die Erinnerung an den strengen Vater, die orange Boje als einziges Zugeständnis an die Sicherheit, während sie gleichzeitig andeutet, dass sie ihre Liebsten im Wasser verloren hat und selbst nicht bereit ist zu sterben, aber auch nicht ohne sie leben will. Diese Ambivalenz zwischen Todessehnsucht und Überlebenswillen ist eindringlich eingefangen.

Ich bin sehr gespannt, wie sich Margas und Judiths Geschichten in diesem schwedischen Sommer verweben werden und was genau sie beide mit dem See und seinen Verlusten verbindet.