Regen auf der Haut, stille Seen und eine Melancholie, die ganz tief einsickert
Dieser Roman hat mich schon auf den ersten paar Seiten mit einer ganz leisen, ungeheuren Wucht erwischt! Romy Fölck beweist hier ein feines Gespür für Stimmungen, die man nicht einfach nur liest, sondern körperlich spürt: dieses Prasseln des Sommerregens auf der nackten Haut, das kühle Wasser des Mälarensees und die schwere Stille eines Lebens, das plötzlich aus den Fugen geraten ist. Das ist kein lautes Drama, sondern eine Geschichte, die sich Zeit nimmt, atmet und genau deshalb noch lange nachhallt.
Was mir an diesem Einstieg so unheimlich gut gefällt, ist die Verzahnung der beiden Frauenfiguren über die Jahrzehnte hinweg: Da ist Marga, die 1995 nach einem unbegreiflichen Verlust ihre Angst überwindet und ins Wasser steigt, um den verlorenen Seelen nahe zu sein, und die selbst dreißig Jahre später noch als stoische Einzelgängerin durch den Regen pflügt. Und auf der anderen Seite Judith, die nach dem plötzlichen Auszug ihres Mannes Hals über Kopf die Nacht durchfährt, um auf der schwedischen Insel Färingsö vor den Trümmern ihrer Ehe Schutz zu suchen. Diese Flucht im Auto durch das dämmernde Skandinavien, das Ankommen am vertrauten Fähranleger und der bittere Beigeschmack des lauwarmen Kaffees fangen diesen tauben Zustand des Verlassenseins meisterhaft ein.
Dazu kommt dieses leise Knistern aus alten Geheimnissen: Warum ist die Jugendfreundschaft zu Evi damals so jäh zerbrochen? Was genau hat das Wasser Marga einst genommen? Und wie werden die Wege dieser beiden verwundeten Frauen auf der Insel zusammenlaufen?
Das Buch verspricht ein wunderbar feinfühliges, atmosphärisches Porträt über Abschiede, vergrabene Schuld und das langsame Wiederfinden des eigenen Mutes zu werden. Ein Roman, der perfekt in den Herbst passt, wenn draußen der Wind an den Scheiben rüttelt und man eine Geschichte braucht, die das Herz wärmt, während sie einem zugleich sanft die Kehle zuschnürt.
Was mir an diesem Einstieg so unheimlich gut gefällt, ist die Verzahnung der beiden Frauenfiguren über die Jahrzehnte hinweg: Da ist Marga, die 1995 nach einem unbegreiflichen Verlust ihre Angst überwindet und ins Wasser steigt, um den verlorenen Seelen nahe zu sein, und die selbst dreißig Jahre später noch als stoische Einzelgängerin durch den Regen pflügt. Und auf der anderen Seite Judith, die nach dem plötzlichen Auszug ihres Mannes Hals über Kopf die Nacht durchfährt, um auf der schwedischen Insel Färingsö vor den Trümmern ihrer Ehe Schutz zu suchen. Diese Flucht im Auto durch das dämmernde Skandinavien, das Ankommen am vertrauten Fähranleger und der bittere Beigeschmack des lauwarmen Kaffees fangen diesen tauben Zustand des Verlassenseins meisterhaft ein.
Dazu kommt dieses leise Knistern aus alten Geheimnissen: Warum ist die Jugendfreundschaft zu Evi damals so jäh zerbrochen? Was genau hat das Wasser Marga einst genommen? Und wie werden die Wege dieser beiden verwundeten Frauen auf der Insel zusammenlaufen?
Das Buch verspricht ein wunderbar feinfühliges, atmosphärisches Porträt über Abschiede, vergrabene Schuld und das langsame Wiederfinden des eigenen Mutes zu werden. Ein Roman, der perfekt in den Herbst passt, wenn draußen der Wind an den Scheiben rüttelt und man eine Geschichte braucht, die das Herz wärmt, während sie einem zugleich sanft die Kehle zuschnürt.