Drei Frauen am Scheideweg

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern
alexa_brecht Avatar

Von

In der Mitte ihres Lebens kehrt Judith auf die kleine schwedische Insel zurück, auf der sie als Kind immer mit ihrer Familie den Sommerurlaub verbrachte. Judiths Tochter ist erwachsen und von zu Hause ausgezogen, ihr Mann will sich von ihr scheiden lassen. Sie selbst blickt auf eine erfolgreiche Karriere als Programmleiterin eines angesehenen Verlags, obwohl sie eigentlich selbst gerne Autorin geworden wäre. Auf der schwedischen Insel trifft sie ihre alte Ferienfreundin Evelin wieder, mit der sie sich vor vielen Jahren zerstritten hat. Evelin ist mittlerweile eine angesehene Malerin, leidet aber unter rheumatoider Arthritis und kann kaum noch einen Pinsel in ihren Händen halten. Beide machen sich Gedanken, wie sie ihr weiteres Leben gestalten wollen. Eine dritte Frau ergänzt die Geschichte: Sie ist deutlich älter und bereits vom Leben rund geschliffen. Marga lebt schon seit vielen Jahren allein in einer kleinen Hütte im Wald. Es ist ihr Weg, einen schweren Schicksalsschlag zu verarbeiten. Am liebsten schwimmt sie bei Regen draußen im See. Auch ihr Leben wird sich noch einmal stark verändern.

Eine schöne Geschichte über drei Frauen, die sich jede auf ihre eigene Art und Weise an einem Scheideweg befindet. Am Ende jedes Abschnitts findet die Leserin kleine, allgemein gültige Lebensweisheiten. Die Hauptfiguren bleiben leider blass und schemenhaft; Romy Fölck schafft es meiner Meinung nach nicht, sie zum Leben zu erwecken. Die Geschichte liest sich zwar angenehm, man wird aber nicht richtig in sie hinein gezogen. Das Cover zeigt einen schwedischen See mit roten Bootshäuschen. Es transportiert eine träumerische Stimmung und passt gut zum Inhalt des Romans.

Romy Fölck wurde 1974 in Meißen geboren, studierte Jura und arbeitete zunächst in der freien Wirtschaft, bevor sie ihren Traum vom Autorinnenleben verwirklichte. Sie lebt in Norddeutschland in der Haseldorfer Marsch und schreibt Krimis und Romane.