Freundschaft auf dem Prüfstand

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Zwei deutsche Frauen, Judith und Evelin, kehren nach langer Zeit auf eine schwedische Insel zurück, wo sie sich im Mädchenalter in den Ferien oft getroffen und sehr gut verstanden haben. Doch dann gab es Misstöne und Zerwürfnisse – und einige Jahrzehnte ohne jeden Kontakt. Aus unterschiedlichen Gründen sind nun beide wieder auf die Insel zurückgekehrt und laufen sich notgedrungen auch über den Weg. Zwei weitere Frauen, die hier leben und mit denen das frühere Leben von Judith und Evelin verknüpft ist: Marga, die am liebsten bei Regen im nahen Mälarensee schwimmt, und die Schwedin Tuva, in deren Gästehaus Judith wohnen kann.
Doch es bleibt nicht bei diesen Frauen, da sind auch noch einige andere Insulaner und nicht zuletzt insgesamt drei unerwartete Herrenbesuche. Mehr und mehr Personen sind in die Handlung verstrickt, und es greift vieles ineinander wie ein wärmendes Gewebe. Missverständnisse klären sich allmählich auf, verloren gegangenes Vertrauen wird langsam wieder gewonnen.
Mir haben die meisten der Figuren gut gefallen, gerade weil es keine Helden sind, eher das Gegenteil. Jeder trägt ein schweres Paket auf dem Rücken, sei es eine alte Schuld, ein großer Verlust oder ein noch neuer Schicksalsschlag. Romy Fölck hat sie allesamt sehr deutlich und farbig gezeichnet. Der Sprachstil der Autorin hat mir schon in einem früher gelesenen Roman sehr gefallen. Mir ist so manche Szene nahe gegangen, gerade weil sie mitten aus dem Leben gegriffen ist und wohl fast jeder von uns kennt.
Die Sichtweise wechselt häufig zwischen Evelin, Judith und Marga und sorgt durch einen geschickten Abbruch für erhöhte Spannung. Als Schlusspunkt nach den Kapiteln sind passende Sprichwörter und Weisheiten auf Schwedisch und Deutsch angeführt. So zum Beispiel: „Alten Hunden kann man nicht beibringen zu sitzen.“
Eine gute Lektüre für lange Abende, und ich empfehle das Buch gern weiter.