Geistreich-ironischer Spionageroman

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Schon nach wenigen Seiten der Leseprobe bin ich von dem originellen, clever angelegten und zugleich unterhaltsamen Roman angetan, der gekonnt Spionagehandlung zum Nachbeben des Kalten Krieges, Literaturbetrieb und die besondere Atmosphäre der politischen Umbrüche der frühen 1990er Jahre miteinander verwebt und von Beginn an eine besondere Spannung aufbaut. Hierbei handelt es sich nicht um einen klassischen Agententhriller, sondern um eine ironische Auseinandersetzung mit Idealen, Illusionen und politischen Versprechen.
Gekonnt wird die große politische Bühne mit sehr persönlichen Bruchlinien verknüpft, bei denen die Sehnsüchte, Täuschungen und das Scheitern in den Mittelpunkt rücken.
In das ungewisse Spannungsfeld von offiziell beendetem Kalten Krieg und neuen gefährlichen Machtspielen treten der altgediente Geheimdienstmann Dieter Germeshausen und der gefeierte Dichter Jakob Dreiser als Tarnung für einen Geheimdienstplan - zwei Figuren, die gegensätzlicher kaum sein könnten.
Mir gefällt der pointierte, geistreiche und bisweilen sehr amüsante Erzählstil des Autors hervorragend. Die Mischung aus Spannung, Witz und Nachdenklichkeit ist hervorragend ausbalanciert und entfaltet einen starken Sog.

Ich bin sehr gespannt wie sich turbulente, gelegentlich skurril anmutende Handlung um Geheimoperationen in Kasachstan und diplomatische Ränkespiele weiterentwickeln wird.