Vom Ende der Angst und dem Beginn einer Hoffnung
Schon der Prolog von Die Reise ans Ende der Geschichte von Kristof Magnusson zieht mich mit großer Selbstverständlichkeit hinein: ein Bundesbeamter stirbt unter rätselhaften Umständen in einer Hotelbar in Kasachstan, sachlich erzählt, präzise beobachtet, zugleich existenziell aufgeladen. Dieser Einstieg ist ruhig, kontrolliert – und gerade deshalb so eindringlich.
Im weiteren Verlauf entfaltet sich ein Roman, der weit mehr ist als eine klassische Spionage- oder Zeitgeschichte. Die Perspektive wechselt zu Jakob Dreiser, Dichter, Netzwerker, Menschenkenner, der sich Anfang der 1990er-Jahre in Rom bewegt – in einer Welt, die sich plötzlich geöffnet hat. Der Kalte Krieg ist vorbei, die Angst scheint überwunden, und überall liegt das Gefühl in der Luft, dass nun endlich alles möglich ist. Diese historische Übergangszeit fängt Magnusson mit beeindruckender Genauigkeit ein: leicht, lebendig, voller Details und zugleich von einer leisen Melancholie durchzogen.
Besonders stark ist die Figur Jakob Dreiser. Seine Offenheit, seine Fähigkeit, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen, seine Begeisterung für Sprache, Kunst und Begegnung machen ihn sofort nahbar. Gleichzeitig spürt man unter der Oberfläche eine Müdigkeit, ein Zuviel an Verantwortung für Harmonie und Ausgleich – als müsse er die neue Welt zusammenhalten, indem er permanent vermittelt, zuhört, verbindet. Die Gespräche im Garten der russischen Botschaft in Rom wirken dabei wie ein Symbol für eine ganze Epoche: euphorisch, international, friedlich – und doch nicht frei von Brüchen.
Die Leseprobe überzeugt durch ihre kluge Verbindung von persönlichem Erzählen und Zeitgeschichte. Es geht um politische Umbrüche, aber vor allem um Menschen, Hoffnungen, Illusionen und die Frage, was bleibt, wenn große Erzählungen enden. Die Reise ans Ende der Geschichte liest sich ruhig, elegant und tiefgründig – ein Roman, der Vertrauen in seine Leserinnen und Leser hat und lange nachwirkt.
Ich möchte unbedingt weiterlesen, weil dieses Buch das Versprechen einlöst, Geschichte nicht zu erklären, sondern erfahrbar zu machen – durch Sprache, Figuren und Atmosphäre.
Im weiteren Verlauf entfaltet sich ein Roman, der weit mehr ist als eine klassische Spionage- oder Zeitgeschichte. Die Perspektive wechselt zu Jakob Dreiser, Dichter, Netzwerker, Menschenkenner, der sich Anfang der 1990er-Jahre in Rom bewegt – in einer Welt, die sich plötzlich geöffnet hat. Der Kalte Krieg ist vorbei, die Angst scheint überwunden, und überall liegt das Gefühl in der Luft, dass nun endlich alles möglich ist. Diese historische Übergangszeit fängt Magnusson mit beeindruckender Genauigkeit ein: leicht, lebendig, voller Details und zugleich von einer leisen Melancholie durchzogen.
Besonders stark ist die Figur Jakob Dreiser. Seine Offenheit, seine Fähigkeit, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen, seine Begeisterung für Sprache, Kunst und Begegnung machen ihn sofort nahbar. Gleichzeitig spürt man unter der Oberfläche eine Müdigkeit, ein Zuviel an Verantwortung für Harmonie und Ausgleich – als müsse er die neue Welt zusammenhalten, indem er permanent vermittelt, zuhört, verbindet. Die Gespräche im Garten der russischen Botschaft in Rom wirken dabei wie ein Symbol für eine ganze Epoche: euphorisch, international, friedlich – und doch nicht frei von Brüchen.
Die Leseprobe überzeugt durch ihre kluge Verbindung von persönlichem Erzählen und Zeitgeschichte. Es geht um politische Umbrüche, aber vor allem um Menschen, Hoffnungen, Illusionen und die Frage, was bleibt, wenn große Erzählungen enden. Die Reise ans Ende der Geschichte liest sich ruhig, elegant und tiefgründig – ein Roman, der Vertrauen in seine Leserinnen und Leser hat und lange nachwirkt.
Ich möchte unbedingt weiterlesen, weil dieses Buch das Versprechen einlöst, Geschichte nicht zu erklären, sondern erfahrbar zu machen – durch Sprache, Figuren und Atmosphäre.