Aus Versehen Spion
Die goldenen Achziger sind vorbei, der eiserne Vorhang gefallen. Der ehemalige BND-Mitarbeiter Dieter Germeshausen, der nach dem Zerfall der Sovietunion nach Italien aufs Abstellgleis geschickt wurde, wünscht sich Abenteuer als Spion ohne auch nur das geringste Talent dazu zu haben.
Ein gefeierter Dichter, der nicht nur in seinen Schriftstücken ein Meister der Worte ist, sondern auch jede Party rockt als gern gesehener Gesprächspartner, wird aus Versehen ein höchst talentierter Spion, engagiert von Dieter Germeshausen, dem Papiertiger.
Eigentlich sind die beiden ein Dreamteam: Dieter hat die verwegenen Ideen, Jakob Dreiser, der Dichter, setzt sie perfekt mit seinem manipulativen Sprachtalent um. Doch Dieter wäre ja selbst gern der erfolgreiche Spion und gönnt Jakob seinen Erfolg und seine forsche Art nicht.
Eine perfektes Setting, das für viel Unterhaltung in diesem Roman sorgt. Dazu der lockere Schreibstil von Kristof Magnusson, der dieses Buch zu einem kurzweiligen Vergnügen macht. Da denkt man auch gar nicht darüber nach, wie jemand völlig blauäugig nach Kasachstan reisen kann und mit einem Transporthubschrauber vollgestopft voller Militärhubschrauber wieder kommt. Und dabei noch die russische Mafia bezirzt.
Im letzten Drittel wandelt sich der Roman dann doch in einen zur Ernsthaftigkeit bemühten Agenten-Thriller. Doch nach der harmlosen, naiven Vorgeschichte wirkt der letzte Teil etwas unglaubwürdig.
Man bekommt den Eindruck, der Autor habe versucht, durch eine existenzielle Bedrohung die Spannungsschraube zu erhöhen. Die vormals vielfach gezeigte Tollpatschigkeit Germeshausens scheint sich plötzlich aufzulösen. Das Ende kommt recht unverhofft nach einem nur angerissenen Showdown.
Zurück bleibt ein ratloser Leser. Was möchte der Autor mit diesem Roman ausdrücken? Hatte er Angst vor der eigenen Courage, versuchte, statt dem locker flockigen Möchtegern-Spionageroman doch noch ein wenig Action einzubauen?
Und hat Herr Magnussson selbst vergessen, wen er sich als Urheber des Giftanschlags ausgedacht hat?
In der Geschichte lässt er den Protagonisten sogar noch rätseln, deutet dadurch an, dass dieses Geheimnis gelöst werden könnte ("Wer immer hier Spielchen mit dir spielt, Dieter war es nicht...") - aber wer denn jetzt?
Als hätte eines Tages der Verleger angerufen: "So, Kristof, morgen ist Abgabe!". Herr Magnusson voller Panik, haut noch eine Explosion in die Tastatur, hektisch ein offenes Ende dazugeschrieben... Rest gibts dann halt in Band zwei. Fertig, Herr Verleger!
Ein gefeierter Dichter, der nicht nur in seinen Schriftstücken ein Meister der Worte ist, sondern auch jede Party rockt als gern gesehener Gesprächspartner, wird aus Versehen ein höchst talentierter Spion, engagiert von Dieter Germeshausen, dem Papiertiger.
Eigentlich sind die beiden ein Dreamteam: Dieter hat die verwegenen Ideen, Jakob Dreiser, der Dichter, setzt sie perfekt mit seinem manipulativen Sprachtalent um. Doch Dieter wäre ja selbst gern der erfolgreiche Spion und gönnt Jakob seinen Erfolg und seine forsche Art nicht.
Eine perfektes Setting, das für viel Unterhaltung in diesem Roman sorgt. Dazu der lockere Schreibstil von Kristof Magnusson, der dieses Buch zu einem kurzweiligen Vergnügen macht. Da denkt man auch gar nicht darüber nach, wie jemand völlig blauäugig nach Kasachstan reisen kann und mit einem Transporthubschrauber vollgestopft voller Militärhubschrauber wieder kommt. Und dabei noch die russische Mafia bezirzt.
Im letzten Drittel wandelt sich der Roman dann doch in einen zur Ernsthaftigkeit bemühten Agenten-Thriller. Doch nach der harmlosen, naiven Vorgeschichte wirkt der letzte Teil etwas unglaubwürdig.
Man bekommt den Eindruck, der Autor habe versucht, durch eine existenzielle Bedrohung die Spannungsschraube zu erhöhen. Die vormals vielfach gezeigte Tollpatschigkeit Germeshausens scheint sich plötzlich aufzulösen. Das Ende kommt recht unverhofft nach einem nur angerissenen Showdown.
Zurück bleibt ein ratloser Leser. Was möchte der Autor mit diesem Roman ausdrücken? Hatte er Angst vor der eigenen Courage, versuchte, statt dem locker flockigen Möchtegern-Spionageroman doch noch ein wenig Action einzubauen?
Und hat Herr Magnussson selbst vergessen, wen er sich als Urheber des Giftanschlags ausgedacht hat?
In der Geschichte lässt er den Protagonisten sogar noch rätseln, deutet dadurch an, dass dieses Geheimnis gelöst werden könnte ("Wer immer hier Spielchen mit dir spielt, Dieter war es nicht...") - aber wer denn jetzt?
Als hätte eines Tages der Verleger angerufen: "So, Kristof, morgen ist Abgabe!". Herr Magnusson voller Panik, haut noch eine Explosion in die Tastatur, hektisch ein offenes Ende dazugeschrieben... Rest gibts dann halt in Band zwei. Fertig, Herr Verleger!