Eher lauwarm

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Kommunikation, charmantes und sicheres Auftreten - das sind Fähigkeiten, die Jakob Dreiser als Dichter perfekt beherrscht. Perfekt auch für Dieter Germeshausen, dem dies alles zwar nicht liegt, der aber auf 27 Jahre Erfahrung beim BND zurückblicken kann und den jungen Poeten geschickt für seine geheimdienstlichen Zwecke einspannt.

Anhand des Klappentextes hatte ich eine spannende Spionagegeschichte mit angedeuteter Ost-West-Thematik erwartet. Bekommen habe ich eine leider eher lauwarme Agentenerzählung. Mit einem versuchten Giftanschlag gleich zu Beginn, hätte es ja spannend werden können, doch ging die Luft dazu leider relativ schnell aus. Großer Pluspunkt des Buches sind definitiv seine Charaktere. Vor allem Dreiser, der Poet, hat mir trotz allem gefallen und für Humor gesorgt. Aber auch zu Germeshausen konnte ich mir ein gutes Bild vor meinem geistigen Auge zusammensetzen, was nicht jedes Buch schafft. Letztlich bin ich ein bisschen enttäuscht, da meiner Meinung nach mehr Potential in der Idee gesteckt hat, mich die Umsetzung aber nicht ganz überzeugen konnte.