Ein Agentenroman, der keiner ist

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"Die Reise ans Ende der Geschichte" spielt in den frühen 1990er Jahren, einer Zeit, in der nach dem Ende des Kalten Krieges vieles möglich schien. Besonders dieser historische Hintergrund des Romans gehört zu seinen größten Stärken.

Die Hauptfiguren sind der junge Dichter Jakob Dreiser und der abgehalfterte BND-Doppelagent Dieter Germeshausen, der noch ein letztes Geschäft abschließen will und Dreiser dafür als Agenten rekrutiert. Die ungewöhnliche Figurenkombination sorgt für humorvolle und absurde Situationen. Alles an diesem Roman ist eher unkonventionell. Schon allein, weil es mit der Vergiftung einer Hauptfigur beginnt. Magnusson schreibt dialogreich und mit viel Ironie, die besonders in der Rückschau auf die damalige Zeit wirkt.

Allerdings wirkt die Handlung stellenweise ziellos und nicht immer überzeugend. Einige Entwicklungen bleiben unklar, die Figuren polarisieren und das offene Ende wirkt sehr unbefriedigend. Spannend im klassischen Sinne ist diese Geschichte nicht, sie ist eher eine skurrile Hommage an Agentenromane.

Insgesamt ist "Die Reise ans Ende der Geschichte" ein humorvoller und unterhaltsamer Roman, der den Zeitgeist gut vermitteln kann, aber definitiv kein spannender Thriller.