Ein komödiantisches Agententreiben, als der eiserne Vorhang eigentlich gefallen ist

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sofiewalden Avatar

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Achtung, hier wird's schräg, erfrischend anders als man das von einem sogenannten Agententhriller erwartet und hoch amüsant. Anfang der 1990er-Jahre, der kalte Krieg ist vorbei und aus Ost-West-Verfeindung soll ein positives Miteinander werden, also Umbruch pur. Und für die Menschen wartet anscheinend ein Leben, auf dem ganz groß Freiheit steht. Auf einer Gartenparty in der russischen Botschaft in Rom trifft ein junger Dichter, groß im Kommen, auf einen Doppelagenten, der es allen noch einmal zeigen will. Es kommt zu einer Anwerbung des ahnungslosen Lyrikers, der ein Abenteuer sucht und die Sache sehr ambitioniert angeht. Was dann folgt, ist ein so ganz anderes Agententreiben. Kein Wunder bei zwei so konträren Protagonisten. Doch das macht zugleich auch den Reiz aus, bei 'dieser Reise ans Ende der Geschichte'. Das Spannungselement tritt hier eher in den Hintergrund. Aber die Weise, wie hier politische Hintergründe, Aufbruch und gleichzeitig festhalten an dem, was so lange war, beleuchtet wird, auf eine elegante und fast spielerische und vor allem extrem originelle Art, das hat schon was.
Es macht einfach Spaß, hier dabei zu sein.