Ein wenig schräg

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duckyputz Avatar

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Die Reise ans Ende der Geschichte von Kristof Magnusson hat mich mit seiner ungewöhnlichen Idee sofort neugierig gemacht. Ein Dichter als Spion – das klingt schräg, funktioniert aber erstaunlich gut. Der Roman ist eine Mischung aus Agentengeschichte, Komödie und Gesellschaftssatire, die an vielen Stellen unterhält und oft zum Schmunzeln bringt.
Positiv fand ich die lebendigen Figuren. Jakob ist kein klassischer Held, sondern jemand, der mehr zufällig in diese Welt hineinrutscht. Seine Dialoge mit den anderen sind witzig und klug, manchmal aber auch ziemlich lang – da verliert die Geschichte etwas an Tempo. Auch die Nebencharaktere bleiben interessant, wenn auch nicht immer ganz greifbar.
Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen. Trotzdem hatte ich an manchen Stellen Mühe, dem roten Faden zu folgen. Die Handlung driftet zwischendurch ins Absurde ab, was zwar reizvoll ist, aber auch Verwirrung stiftet. Besonders gegen Ende wirkt alles etwas überdreht und ungeordnet.
Trotz dieser Schwächen habe ich mich gut unterhalten gefühlt. Das Buch ist anders und mutig erzählt, manchmal witzig, manchmal nachdenklich, aber sicher nichts für Leserinnen und Leser, die eine klassische Agentengeschichte erwarten. Wer das Schräge und Ungewöhnliche mag, wird hier aber auf seine Kosten kommen.