Illustre Zeitreise

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Auf den ersten Blick handelt es sich bei „Die Reise ans Ende der Geschichte“ um einen Kriminalroman. Aber er ist so viel mehr: Zeitreise, Spionagethriller, Gesellschafts- und Abenteuerroman in etwa gleichen Teilen. Magnusson entführt uns in seinem neuen Opus Magnus in die frühen 1990er Jahre, als laut dem Politikwissenschaftler Francis Fukuyama das „Ende der Geschichte“ bevorstand: der Kalte Krieg und damit der Ost-West-Konflikt war beendet, Deutschland wiedervereinigt, die Sowjetunion in Auflösung begriffen, und die liberale Demokratie westlicher Prägung schien überall auf dem Siegeszug zu sein (heute wissen wir, wie kurzsichtig diese Einschätzung war…).

Der Autor präsentiert in seinem Buch zwei illustre und zugleich konträre Charaktere: Dieter Germeshausen ist Geheimdienstmitarbeiter und Doppelagent, er fühlt sich unscheinbar und bedeutungslos. Jakob Dreiser hingegen ist ein junger lebensfroher und kommunikativer Dichter. Und wie Magnusson diese beiden Figuren zusammenführt, ist ziemlich große Klasse. Ausgehend von einem Sommerfest in Rom entwirft er eine spannende Geschichte hinter den Kulissen der Weltpolitik.

Magnusson gelingt es in seinem Buch, eine ganze Zeitepoche konturenscharf zum Leben zu erwecken. Und dass sich die ganze Geschichte auch noch sehr spannend und flüssig lesen lässt und es zudem die eine oder andere amüsante Episode gibt, macht dieses Buch zu einem ersten Highlight des Lesejahres 2026.