Junger, erfolgreicher Dichter folgt dem Duft von Freiheit und Abenteuer
Lange habe ich mich nicht mehr so gut mit einem Buch amüsiert wie mit dieser Satire über die Welt der Spione!
Auf einer Party der russischen Botschaft in den frühen 90ern in Rom lernt der junge deutsche Dichter Jakob Dreiser den Spion Dieter Germershausen kennen, der dem Ende des Kalten Krieges nachtrauert und sich durch seinem jetzigen Posten aufs Abstellgleis geschoben fühlt. Die Verbitterung über die mangelnde Anerkennung seiner Arbeit macht ihn offen für Angebote der Gegenseite. Der für sein Werk gefeierte junge Dichter ist genau der Mann, den er beim Gartenfest mit Krimsekt und Piroggen kennenlernen will. Zwei Charaktere könnten kaum unterschiedlicher sein als diese beiden: der Spion, ein Doppelagent gar, ist unzufrieden, mürrisch und unfähig zu Smalltalk. Dreiser hingegen ein umgänglicher junger Mann mit geschmeidigen Umgangsformen, der mit jedem reden kann. Germershausen will Dreiser anwerben, weil dieser die Eigenschaften besitzt, die ihm selbst fehlen. Dreiser sagt begeistert zu: das ist genau der Kick, den er braucht. Den Kontakt vermittelt hat Francesca, eine reiche italienische Kommunistin, die auch, wen wundert's, als Spionin tätig ist Die Botschaftsparty bietet ein gelungenes Setting zum Kennenlernen der Protagonisten.
Jakob Dreiser sagt ohne groß nachzudenken zu, so als hätte er nur auf so ein Angebot gewartet. Er ahnt allerdings zuerst nicht, dass er nicht in offizieller Mission sondern von Germershausen privat engagiert wurde, um dessen ganz persönliche Interessen durchzusetzen. Gleich ein paar Tage später bricht man nach Almaty in Kasachstan auf. Und erlebt dort absurde und tollkühne Abenteuer, bei denen Jakob Dieter das Leben rettet und seinen Auftrag bravourös übererfüllt.
Der Autor erzählt mit großer Fantasie eine irre Räuberpistole, die sehr komisch ist und bestens unterhält, in der aber auch die Atmosphäre, der Zeitgeist jener Ära brillant wiedergegeben wird. Diese literarische Welt wird von einem Panoptikum skurriler Personen bevölkert, die alle trefflich charakterisiert werden. Orts- und Situationsbeschreibungen sind so bildlich und atmosphärisch, dass man immer das Gefühl hat, man wäre direkt dabei, und sich die Schauplätze genau vorstellen kann. Die Sprache ist leichtfüßig und pointiert, allerdings endet diese Leichtigkeit abrupt beim Showdown in Sankt Petersburg, bei dem Jakob festgenommen und in einen Verhörraum gebracht wird. Vielleicht erschien es dem Autor zu seicht, mit einem Happy End und Friede, Freude, Eierkuchen zu enden. Mit einem Knall landet man quasi wieder in der Realität, die nicht so heiter ist. Andererseits setzt dann sofort das eigene Kopfkino ein, mit dem man als Leser Jakob aus dieser Bredouille herauszuholen versucht - man könnte sich da einige Varianten vorstellen ...
Bis auf das Ende, das mich kurzfristig etwas vor den Kopf gestoßen hat, habe ich mich begeistert dem Sog der Erzählung hingegeben und viel geschmunzelt. Ich hatte schon eine Satire über Künstler und Bildungsbürgertum von Magnusson gelesen, "Ein Mann der Kunst", und bin daher mit hohen Erwartungen an diesen Roman herangegangen: und ich wurde nicht enttäuscht. Wenn man nicht erwartet, dass es sich hier um einen 0815 Spionage - Roman handelt, sondern um eine Satire, eine Persiflage, dann wird man ein paar vergnügliche Lesestunden mit diesem Buch verbringen. Unbedingte Leseempfehlung!
Auf einer Party der russischen Botschaft in den frühen 90ern in Rom lernt der junge deutsche Dichter Jakob Dreiser den Spion Dieter Germershausen kennen, der dem Ende des Kalten Krieges nachtrauert und sich durch seinem jetzigen Posten aufs Abstellgleis geschoben fühlt. Die Verbitterung über die mangelnde Anerkennung seiner Arbeit macht ihn offen für Angebote der Gegenseite. Der für sein Werk gefeierte junge Dichter ist genau der Mann, den er beim Gartenfest mit Krimsekt und Piroggen kennenlernen will. Zwei Charaktere könnten kaum unterschiedlicher sein als diese beiden: der Spion, ein Doppelagent gar, ist unzufrieden, mürrisch und unfähig zu Smalltalk. Dreiser hingegen ein umgänglicher junger Mann mit geschmeidigen Umgangsformen, der mit jedem reden kann. Germershausen will Dreiser anwerben, weil dieser die Eigenschaften besitzt, die ihm selbst fehlen. Dreiser sagt begeistert zu: das ist genau der Kick, den er braucht. Den Kontakt vermittelt hat Francesca, eine reiche italienische Kommunistin, die auch, wen wundert's, als Spionin tätig ist Die Botschaftsparty bietet ein gelungenes Setting zum Kennenlernen der Protagonisten.
Jakob Dreiser sagt ohne groß nachzudenken zu, so als hätte er nur auf so ein Angebot gewartet. Er ahnt allerdings zuerst nicht, dass er nicht in offizieller Mission sondern von Germershausen privat engagiert wurde, um dessen ganz persönliche Interessen durchzusetzen. Gleich ein paar Tage später bricht man nach Almaty in Kasachstan auf. Und erlebt dort absurde und tollkühne Abenteuer, bei denen Jakob Dieter das Leben rettet und seinen Auftrag bravourös übererfüllt.
Der Autor erzählt mit großer Fantasie eine irre Räuberpistole, die sehr komisch ist und bestens unterhält, in der aber auch die Atmosphäre, der Zeitgeist jener Ära brillant wiedergegeben wird. Diese literarische Welt wird von einem Panoptikum skurriler Personen bevölkert, die alle trefflich charakterisiert werden. Orts- und Situationsbeschreibungen sind so bildlich und atmosphärisch, dass man immer das Gefühl hat, man wäre direkt dabei, und sich die Schauplätze genau vorstellen kann. Die Sprache ist leichtfüßig und pointiert, allerdings endet diese Leichtigkeit abrupt beim Showdown in Sankt Petersburg, bei dem Jakob festgenommen und in einen Verhörraum gebracht wird. Vielleicht erschien es dem Autor zu seicht, mit einem Happy End und Friede, Freude, Eierkuchen zu enden. Mit einem Knall landet man quasi wieder in der Realität, die nicht so heiter ist. Andererseits setzt dann sofort das eigene Kopfkino ein, mit dem man als Leser Jakob aus dieser Bredouille herauszuholen versucht - man könnte sich da einige Varianten vorstellen ...
Bis auf das Ende, das mich kurzfristig etwas vor den Kopf gestoßen hat, habe ich mich begeistert dem Sog der Erzählung hingegeben und viel geschmunzelt. Ich hatte schon eine Satire über Künstler und Bildungsbürgertum von Magnusson gelesen, "Ein Mann der Kunst", und bin daher mit hohen Erwartungen an diesen Roman herangegangen: und ich wurde nicht enttäuscht. Wenn man nicht erwartet, dass es sich hier um einen 0815 Spionage - Roman handelt, sondern um eine Satire, eine Persiflage, dann wird man ein paar vergnügliche Lesestunden mit diesem Buch verbringen. Unbedingte Leseempfehlung!