Originell, unterhaltsam und voller Überraschungen

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mazapán Avatar

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90er Jahre. Berlin ohne Mauer, keine Sowjetunion mehr, der Kapitalismus hat gesiegt, alle sind glücklich. Fast alle. Dieter Germeshausen zum Beispiel ist alles andere als glücklich. Als Doppelspion während des Kalten Krieges hat er sich seinen Lebensunterhalt verdient. Aber jetzt sind Ost und West best friends. Für Spionage gibt es eigentlich keinen Grund mehr, vermutet er. Dafür war er nicht vorbereitet. Wenn er nicht etwas unternimmt, könnte er bald weg vom Fenster sein. Ein Plan muss her.

Diese Geschichte ist sehr originell, unterhaltsam und voller Überraschungen. Die Charaktere sind liebenswert, sogar die, die die Bösen sein sollten.

Germeshausen hat seinen sehr gut durchdachten Plan fertig, als er den Dichter Jakob Dreiser kennenlernt. In ihm sieht er die große Chance, sein Vorhaben zu verfeinern und endlich durchzuziehen. Wie das alles laufen soll, das erfährt der Leser nach und nach, und wie gefährlich das alles letztendlich ist, auch, aber immer nur indirekt.

"Die Reise ans Ende der Geschichte" ist mein erstes Buch von Kristof Magnusson, und jetzt frage ich mich, ob ich nicht schon was verpasst hatte, und ob ich seine früheren Romane lesen soll. Alles hier hat mir gefallen. Die überraschenden Wendungen, die Tatsache, dass man nicht weiß, wem man vertrauen darf, die Atmosphäre, der europäische Spirit, das 90er-Jahre-Feeling, das Chaos, und auch, dass, wenn es richtig brisant wird, Hilfe von sehr unerwarteter Seite kommt.

"Die Reise ans Ende der Geschichte" ist ein echtes Lese-Highlight. Ich freue mich, dass ich mich für dieses Buch jetzt schon entschieden habe, bevor es irgendwo auf einem Stapel ungelesener Bücher gelandet wäre.