Unterkomplex!

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amiri Avatar

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Ich war zunächst sicher, ein witziges, originelles Buch in die Hand bekommen zu haben, das eine unerhörte Geschichte auf unterhaltsame Weise präsentiert. Nach der Lektüre bin ich aber ratlos und weiß nicht, wohin der Autor mit diesem Roman steuern wollte.
Das Erzählte ist weder besonders spannend noch überraschend oder mitreißend. Einen Roman über Spione in den 1990er Jahren stelle ich mir deutlich komplexer vor. Auch die Protagonisten sind eher oberflächlich gezeichnet. Man wird zwar kapitelweise abwechselnd in ihre jeweilige Gedanken- und Gefühlswelt mitgenommen, doch lässt diese die Leser*innen kalt. Die Personen bleiben eindimensional und erscheinen naiv oder gar simpel.
Vieles an der Handlung ist nicht genügend logisch oder einsichtig. Es bleibt ungeklärt, warum sich der Dichter immer stärker einmischt, genauso wie es nicht plausibel erscheint, dass Germeshausen als erfahrener Profi in riskante Geschäfte einsteigt. Und wer ihn warum vergiften will, bleibt auch ein Geheimnis des Autors.
Ein Buch, das mich zwar zeitweilig unterhalten, aber nicht gefesselt hat. Leider keine Leseempfehlung von mir.