Wenn einer denkt, er könne Bond

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Jakob Dreiser, ein früh berühmt gewordener Dichter, gerät Anfang der 90er-Jahre in die Fänge des ehemaligen Doppelagenten Dieter Germershausen. Nach dem Ende des Kalten Krieges sind diesem die Felle davongeschwommen, und er will noch ein letztes großes Ding drehen.

Da Germershausen jedoch völlig unkommunikativ ist, engagiert er Dreiser, der federleicht mit selbst den kompliziertesten Menschen ins Gespräch kommt, und macht ihn zu einer Art Agenten unter seiner Führung. Einen ersten Test besteht Dreiser sofort – und entdeckt schnell seinen Spaß an der ganzen Angelegenheit.

Damit beginnt eine Art Roadmovie, in dem Kasachstan, Kolumbien, sechs Hubschrauber, das Goethe-Institut, die dem Alkohol allzu sehr zusprechende Dominique und die undurchsichtige Francesca wichtige Rollen spielen.

Magnusson hat große Freude daran, seinen Protagonisten – naiv, treu und abenteuerlustig zugleich – in die unmöglichsten Situationen zu bringen und ihn mit überraschenden Lösungen wieder herausmanövrieren zu lassen.

Ich habe gut 60 Seiten gebraucht, um mit der Geschichte warm zu werden, danach wollte ich allerdings kaum noch aufhören zu lesen. Der Roman ist flott geschrieben und in 25 angenehm kurze Kapitel gegliedert.

Die Figur des Jakob scheint mir noch lange nicht auserzählt, und auch die Differenzen mit Germershausen ließen sich meines Erachtens weiterführen. Ich habe die Figuren trotz – oder gerade wegen – ihrer Eigenheiten irgendwie lieb gewonnen.

Wer Spaß an einer leicht schrägen Agenten-„Räuberpistole“ hat und dabei auch mal lachen möchte, dem sei dieses Buch empfohlen. Von mir gibt es gute 4 Sterne.