Witziger Spionageroman aus der Nachwendezeit

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elkestricker Avatar

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Es könnte alles so perfekt sein, der kalte Krieg zu Ende, die Russen öffnen ihre Botschaften und laden zu Parties ein, Spione werden dadurch überflüssig.
In dieser Zeit wird der aufstrebende junge Dichter Jakob Dreiser angeworben um im großem Geschäft am Ausverkauf der russischen Rüstungsgüter mit zu verdienen.
Ein wirklich witziger, turbulenter Roman, der von Abenteuer zu Abenteuer fliegt.
Wunderbar beschreibt Kristof Magnusson die Gesellschaft der Diplomaten in Rom, wo eine Party die nächste ablöst, sich immer wieder die gleichen Menschen treffen und im Hintergrund die merkwürdigsten Beziehungen geschmiedet werden. Den naiven Protagonisten, der sich mit seiner Eloquenz in die Herzen seiner Mitmenschen einschleicht muss man einfach mögen und man kann schon am Anfang ahnen, dass er von einer ungewöhnlichen Situation in die nächste stolpert.
Dass Magnusson seinen Roman gleich mit einem Giftmord beginnt und erst danach die Entwicklung bis zu diesem Zeitpunkt beschreibt ist eine geniale Idee. Der Leser weiß scheinbar schon worauf alles hinausläuft, wird aber doch überrascht mit dem weiteren Verlauf der Handlung.
Wirklich ein Roman der Spaß macht, leider zu kurz und einer Fortsetzung würdig.