Zeitgeschichte im Cocktailglas
Kristof Magnusson erzählt in "Die Reise ans Ende der Geschichte" vom Zusammenbruch der Sowjetunion – als verspielte Mischung aus Spionagegeschichte, Alltagsbeobachtung und absurdem Gesellschaftsspiegel. Im Zentrum steht ein junger Dichter, der vom neuen Zeitgeist zwar profitiert, sich aber zugleich fehl am Platz fühlt. Nach einem Empfang in der russischen Botschaft in Rom beginnt seine Reise – zwischen Realität und Groteske, zwischen Loyalität und Improvisation.
Magnusson gelingt es, die politischen Umbrüche der frühen 1990er-Jahre als direkte Eingriffe in individuelle Lebensläufe spürbar zu machen. Dabei bleibt der Ton meist leicht, ironisch, oft witzig, ohne die historische Dimension zu verleugnen. Der Roman hat keine klassische Spionagethriller-Spannung – vielmehr lebt er von seinen schrägen Figuren und von der Sprache, die Orte wie Rom oder Almaty so skizziert, dass ich sie vor Augen hatte.
Leider verliert die Geschichte im letzten Drittel etwas an Schwung. Doch was bleibt, ist eine ungewöhnliche Erzählung über den Moment, in dem „große Geschichte“ in Leben hineinragt.
Magnusson gelingt es, die politischen Umbrüche der frühen 1990er-Jahre als direkte Eingriffe in individuelle Lebensläufe spürbar zu machen. Dabei bleibt der Ton meist leicht, ironisch, oft witzig, ohne die historische Dimension zu verleugnen. Der Roman hat keine klassische Spionagethriller-Spannung – vielmehr lebt er von seinen schrägen Figuren und von der Sprache, die Orte wie Rom oder Almaty so skizziert, dass ich sie vor Augen hatte.
Leider verliert die Geschichte im letzten Drittel etwas an Schwung. Doch was bleibt, ist eine ungewöhnliche Erzählung über den Moment, in dem „große Geschichte“ in Leben hineinragt.