⭐️⭐️⭐️⭐️
Die Riesinnen ist ein still wuchtiger Roman – einer, der nicht laut sein muss, um lange nachzuhallen. Hannah Häffner erzählt die Geschichte dreier Frauen über mehrere Generationen hinweg und verwebt Körperlichkeit, Herkunft und Natur zu einem dichten literarischen Gewebe.
Liese, Cora und Eva sind durch ihre Größe sichtbar anders – zu groß, zu dünn, zu auffällig für ein Dorf, das Abweichung nicht verzeiht. Dieses Anderssein wird jedoch nie zur bloßen Metapher, sondern bleibt körperlich, spürbar, manchmal schmerzhaft real. Besonders eindrücklich ist die Art, wie Häffner zeigt, wie sehr ein Körper zum Schicksal werden kann, wenn ein Ort zu eng ist für alles, was herausragt.
Sprachlich überzeugt der Roman durch dunkle, erdige Poesie. Die Natur – Wald, Tiere, Erde – ist nicht bloße Kulisse, sondern atmender Teil der Geschichte. Der Schwarzwald wirkt archaisch, schützend und bedrohlich zugleich. Häffners Stil ist präzise und ruhig, mit feinem Humor und großer Beobachtungsgabe für zwischenmenschliche Spannungen, besonders zwischen Müttern und Töchtern.
Nicht alle Passagen tragen die gleiche Intensität; stellenweise verliert sich der Roman in seiner eigenen Stille. Doch gerade diese Zurückhaltung passt zur Geschichte: zu Frauen, die gelernt haben, sich klein zu machen, obwohl sie alles andere als das sind.
Fazit:
Ein poetischer, atmosphärisch dichter Drei-Generationen-Roman über Herkunft, Freiheit und Verwurzelung. Die Riesinnen ist kein Buch zum Verschlingen, sondern zum langsamen Lesen – und eines, das mit seiner leisen Kraft überzeugt. 4 von 5 Sternen.
Liese, Cora und Eva sind durch ihre Größe sichtbar anders – zu groß, zu dünn, zu auffällig für ein Dorf, das Abweichung nicht verzeiht. Dieses Anderssein wird jedoch nie zur bloßen Metapher, sondern bleibt körperlich, spürbar, manchmal schmerzhaft real. Besonders eindrücklich ist die Art, wie Häffner zeigt, wie sehr ein Körper zum Schicksal werden kann, wenn ein Ort zu eng ist für alles, was herausragt.
Sprachlich überzeugt der Roman durch dunkle, erdige Poesie. Die Natur – Wald, Tiere, Erde – ist nicht bloße Kulisse, sondern atmender Teil der Geschichte. Der Schwarzwald wirkt archaisch, schützend und bedrohlich zugleich. Häffners Stil ist präzise und ruhig, mit feinem Humor und großer Beobachtungsgabe für zwischenmenschliche Spannungen, besonders zwischen Müttern und Töchtern.
Nicht alle Passagen tragen die gleiche Intensität; stellenweise verliert sich der Roman in seiner eigenen Stille. Doch gerade diese Zurückhaltung passt zur Geschichte: zu Frauen, die gelernt haben, sich klein zu machen, obwohl sie alles andere als das sind.
Fazit:
Ein poetischer, atmosphärisch dichter Drei-Generationen-Roman über Herkunft, Freiheit und Verwurzelung. Die Riesinnen ist kein Buch zum Verschlingen, sondern zum langsamen Lesen – und eines, das mit seiner leisen Kraft überzeugt. 4 von 5 Sternen.